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Was ist Deine Historie wert?

Ich stelle mir gerade selbst die Frage was mir eigentlich die Historie meiner Daten wert ist. Was wäre, wenn ich heute sämtliche Daten in meinem Analytics Konto verlieren würde. Der erste Gedanke ist “Oh Gott, Weltuntergang”. Je mehr ich darüber nachdenke umso unwichtiger werden für mich jedoch die historischen Daten. Im Grunde haben sie nur nostalgischen Charme und helfen mir dabei mich selbst zu feiern. Was habe ich nicht alles geschafft in den letzten Jahren? Toll, sich diese Entwicklung anzuschauen.

Aber würde der Verlust aller Daten auch gleich den Supergau bedeuten? Nein, absolut nicht. Mir geht dadurch kein Besucher verloren, ich verliere keine Werbeeinnahmen, meine Platzierungen bei Google sind nicht betroffen, die Links von anderen Websites bleiben bestehen, eigentlich ändert sich nichts, außer dass ich mich nicht mehr so schön selbst feiern kann.

Was heisst das nun übertragen auf ein Unternehmen, das einen Großteil der Einnahmen über die Webseite erzielt. Nehmen wir jemanden wie Amazon, absoluter Top-Player im Online-Business. Wäre ein totaler Datenverlust für dieses Unternehmen schlimm? Ich behaupte mal nein, zumindest wenn man sich die Auswirkungen auf das Tagesgeschäft anschaut. Auch jemand wie Amazon würde dadurch weder Besucher noch Umsatz einbüßen. Klar, es wären interessante Vergleichsdaten futsch, ein Vergleich mit dem Monat im Vorjahr wäre nicht mehr möglich. Aber diese Art des Reportings hat doch mehr statistischen Charakter, der Wert ist mehr interner Natur, da natürlich in einem großen Laden Rechenschaft abgelegt werden muss und Geschäftsentwicklungen dokumentiert werden müssen. Auch wird in großen Unternehmen nicht nur von heute auf morgen geplant, sondern langfristiger. Da ist es schon wichtig eine Historie zu haben.

Was ich aber sagen will: Es ist kein Weltuntergang, wenn man seine historischen Daten auf einmal nicht mehr hat. Diese Erkenntnis sollte man auch im Hinterkopf behalten, wenn es möglicherweise zu einem Wechsel des Tools kommt. Es tut ohne Frage weh, aber bereits nach einigen Tagen hat man wieder so viel Daten, dass man damit weiterarbeiten kann, spätestens nach einigen Wochen stellt sich wieder der normale Alltag ein und der Besucher wird davon nichts mitbekommen haben.

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Comments ( 4 )

Have Something To Say ?

  1. Marcel 16. Februar 2010

    Na ja, das kann man nicht so uneingeschränkt sagen. Sicherlich ist es nicht so tragisch für einen Blog, der vor allem durch Inhalte glänzt und eine wie oben dargestellte Kurve zeigt.
    Bei Online Shops, speziell auch amazon, werden ja ständig kleine neue Usability Features erprobt und hier nicht den Vergleich mit der Vorwoche oder dem Vormonat zu haben, bedeutet schon einen mittelgroßen GAU. Es ist unabdingbar bei rein kommerziellen Seiten ständig Verbesserungen vorzunehmen und diese auch zu bewerten. Das sollte man nicht aus dem Auge verlieren.

    • Patrick Ludolph 16. Februar 2010

      Das stimmt schon, aber ich behaupte mal, dass man innerhalb kürzester Zeit wieder genug Daten hat um dort anzuknüpfen wo man aufgehört hat.

  2. Mario 16. Februar 2010

    Wenn ich das mit Emails im Postfach vergleiche kann ich das gut nachvollziehen. Man sammelt und archiviert, weil man es ja mal wieder brauchen könnte und dann greift man sowieso nicht zu. So sehe ich das mit Web Analytics Daten, es beruhigt zu wissen, dass man alles da hat, egal, ob man es braucht oder nicht.

    Ich glaube nicht, dass man die ganzen Daten verfügbar haben muss, aber ein paar wichtige Vergleichszahlen schon. Macht man ein monatliches Reporting in Excel, dann lässt sich das gut archivieren.

    Beim Toolwechsel würde ich auch auf alle vorherigen Daten verzichten. Mit dem neuen Tool kommt bestimmt auch ein Neustart, wie man Dinge besser messen kann als vorher. Sonst würde man ja nicht wechseln. D.h. man definiert dann auch andere KPIs oder geht anders ran, dann ist das mit dem Vergleich sowieso egal.

  3. Markus Mattscheck 17. Februar 2010

    Oft verlieren wir uns doch in diesen Datenmengen, Analysen, Reports und Vergleichen. Natürlich ist eine Historie chic, aber mehr Umsatz bringt das nicht. Wer seine Hausaufgaben nicht macht und die aktuellen Daten nicht zur Optimierung nutzt, der hat sowieso ein Problem. Und wer aktuelle Daten zur Optimierung nutzt, braucht keine Historie, da er permanent Optimiert. Und ich denke, das gilt auch für die Top-Player.

    Aber…. wer seine Änderungen und die daraus resultierenden Ergebnisse nicht offline protokolliert, für den ist eine Historie absolut wichtig. Denn wenn der Chef sagt: “Ich fand’s vorher besser” brauchen wir handfeste Argumente und wenn die futsch sind, haben wir ein Problem.