Tool-Auswahl, oder welchen Akkuschrauber kaufe ich?
Als ich vor kurzem einen neuen Akkuschrauber für die Haus-Renovierung gekauft habe, stellte ich fest, dass es durchaus einige Analogien zur Auswahl eines Web Analytics Tools gibt.
Das Angebot an Akkuschraubern ist groß, es gibt z.B. das Gerät aus dem Discounter an der Ecke für 29€ oder das Markengerät von Makita für 399€. Gehen wir mal die bei der Toolauswahl berühmte und ebenso berüchtigte Checkliste durch.
- 18 Volt-Akku: Haben beide
- Vorwärts / Rückwärts-Lauf: Haben beide
- Schnellspannbohrfutter: Haben beide
- Zwei Geschwindigkeiten: Haben beide
- Drehmomenteinstellung: Einer hat 10 Stufen, der andere 16
- Ladegerät: Einer hat ein normales, der andere ein Schnellladegerät
- Sonstiges: Der teure Schrauber hat eine eingebaute Lampe (Toll!)
Wenn wir mal ehrlich sind, schauen die beiden Geräte auf dem Papier doch vollkommen identisch aus. Klar gibt es ein paar winzige Unterschiede, aber die machen doch nicht diesen Preisunterschied aus, oder doch? Hat der Anbieter des teuren Akkuschraubers überhaupt eine Chance in die engere Auswahl zu kommen bei dem Preisunterschied? Und dass mir niemand mit Qualitätsunterschieden kommt, denn wenn der Billigschrauber kaputt geht kaufe ich einfach einen neuen und selbst bei 10 Schraubern komme ich noch billiger bei weg.
Da kommt man als Anbieter des teuren Makita-Schraubers doch langsam in Erklärungsnot. Wir haben doch nicht bloss ein Tool, sondern eine Lösung mit der man ein ganzes Haus bauen kann…
So oder ähnlich dürfte das einigen Lesern bekannt vorkommen, die an Entscheidungsprozessen für ein Web Analytics Tool beteiligt sind.
Aber warum zum Teufel gibt es die Firma Makita immer noch? Warum sehe ich so oft diese Makita-Schrauber bei Tischlern, Maurern, Trockenbauern, Hausmeistern, den Profis eben? Es muss da halt doch irgendwo einen Unterschied geben. Genau diesen kenne ich nun auch, nachdem ich mal einen Tag mit so einem teuren Highend-Schrauber gearbeitet habe.
Der Schrauber liegt viel besser in der Hand, ist zwar auch schwer aber dafür gut ausbalanciert. Das Bohrfutter ist genial, denn da rutscht nichts raus und ich kann es mit der Hand problemlos spannen und öffnen. Die Elektronik ist extrem präzise, der Motor lässt sich damit äußerst genau steuern. Das Getriebe mit den zwei Stufen ist extrem kraftvoll, ich habe keine Schraube gefunden, die damit nicht in härtestem Holz zu versenken war. Die Power ist so extrem, dass man sogar problemlos bis 10 mm in Metall und Holz bohren kann. Der Akku hält superlange durch, da kann man schon einige Stunden mit arbeiten ohne nachladen zu müssen. Darüber hinaus habe ich festgestellt, dass die eingabeute Lampe sehr sinnvoll ist, wenn es mal ein wenig dunkler ist und ich dachte das wäre nur Schnickschnack und Marketing.
Da war ziemlich schnell klar, dass ich mir definitiv nicht den Billig-Schrauber kaufen werde.
Aber nun gibt es ja in der teuren Schrauberklasse auch noch andere Geräte. Was ist denn mit der blauen Serie von Bosch, was mit den Festool-Geräten und wie sieht es mit der Profilinie von Metabo aus? Die habe ich alle mal in der Hand gehabt und alles sind sehr gute Geräte. Mit jedem kann ich die Arbeiten, die ich mit dem Makita mache auch problemlos erledigen.
Warum habe ich mich letztendlich für genau das eine Gerät entschieden?
Es wurde mir von Leuten empfohlen, die ich kenne und denen ich vertraue. Die Marke gibt es schon seit vielen Jahren, was bei mir Vertrauen schafft. Ich bekomme lokalen Support bei meinem geliebten Werkzeughändler Eisenwaren Lüdemann in Hamburg-Stellingen, wenn mal etwas ist. Dort kümmert man sich persönlich um das Problem und ich muss kein Ticket beim Hersteller in Japan stellen wo man mich nicht beachtet und auch nicht meine Sprache spricht. Zu guter letzt finde ich die Optik des Schraubers einfach schick und cool, sollte zwar kein Faktor sein, ist es aber. Wenn ich jeden Tag damit arbeite, will ich nicht so ein hässliches Teil in den Fingern halten, sondern ein Tool, das sexy ist und nach High-Tech aussieht.
Ich hoffe Ihr habt die ein oder andere Parallele gefunden und versteht, was ich damit zum Ausruck bringen wollte. Manchmal ist es doch viel Einfacher einen Sachverhalt an einem einfachen Bild zu erklären, statt stundenlang Marketing-Bla-Bla runterzubeten. Mal sehen wie das ankommt, wenn ich bei der nächsten Präsentation meinen Akkuschrauber dabei habe



Ein interessanter Vergleich.
Nur in welche Schublade soll ich jetzt Google Analytics stecken?
Hast recht Makita ist super. Hab ich auch einen, man braucht den auch ständig also lohnt es sich durchaus ein paar Euros zu investieren. Aber dennoch muss man sagen, dass zum Beispiel für meinen Opa einer aus dem Lidl den er sich neulich gekauft hat vollkommen reicht. Der hat eben nur eine Wohnung wo hin und wieder mal ein Bild aufgehängt wird und kein Haus wo ständig Reparaturen anfallen. Das selbe gilt bei Webanalysetools. Ein Besitzer einer kleinen Seite braucht gnauso wenig teure Tools für den reicht zB. die gratis Version vom W3Counter vollkommen aus.