Test – eTracker Free vs. Google Analytics

Schon lange hatte ich mir vorgenommen mal eTracker auszuprobieren. Nun hab ich es geschafft und mich einfach mal für die kostenlose Version registriert. Die free-Version ist ausschließlich für den privaten und nicht-kommerziellen Gebrauch gestattet. Für den kommerziellen Bereich sollte man zu den lizenzpflichtigen Professional-Versionen greifen.

Bei den kostenlosen Web Analytics-Tools mischt natürlich auch Platzhirsch Google Analytics mit und ob nun gewollt oder nicht, das ist die Messlatte für jedes andere kostenlose (und auch viele kostenpflichtige) Tool. Vielleicht ist der Vergleich etwas unfair, da das Konzept von eTracker natürlich darauf baut die Lizenz-Versionen zu verkaufen und man daher natürlich nicht alle Features in der Free-Version verschachern will. Für viele Webmaster ist aber nun mal das Budget ein limitierender Faktor und dann stellt sich schnell die Frage ob Google Analytics oder eTracker-free.
Um es Vorweg zu nehmen: Die Free-Version von eTracker kann es nicht aufnehmen mit Google Analytics. Aber eins nach dem anderen:

eTracker ist eine deutsche Firma und kommt aus Hamburg. Das ist zwar kein Vorteil, finde ich aber trotzdem gut, da ich ja nun auch Wahlhamburger bin. Außerdem bin ich der Meinung, dass der Web Analytics-Markt zu sehr von amerikanischen Unternehmen dominiert wird und freue mich daher über jedes europäische, bzw. deutsche Unternehmen am Markt.

Nach der Anmeldung ist mir als erstes der sehr langer Code aufgefallen, den man einzubauen hat. Andere Tools kommen mit drei bis 5 Zeilen JavaScript-Code aus, eTracker benötigt hingegen viel mehr. Zudem wird in der freien Variante das Logo von eTracker an der Stelle angezeigt, wo der Tracking-Code integriert wurde, was ich gar nicht schön finde. Obendrein bekommt jeder Besucher bei Klick auf das eTracker-Logo die Statistiken und Zahlen meiner Seite angezeigt.

Sehr positiv: Nachdem ich mich regsitriert hatte, dauerte es nur etwa 5 Minuten, bis jemand von eTracker auf meiner Webseite vorbeischaute und danach auch gleich mal mein Xing-Profil angeklickt hat. Man ist also bei eTracker wachsam, was ich sehr gut finde. So kann man auch auf einen schnellen Support hoffen, wenn man die Bezahl-Version hat. Lieben Gruß an die eTracker-Mitarbeiter an dieser Stelle :-)

Nachdem der Tracking-Code integriert war, konnte ich sofort die nächsten Besucher beobachten. Ein Vorteil von eTracker ist die Live-Ansicht der Besucher. Man sieht also immer was gerade auf der Webseite passiert. Für die tägliche Arbeit finde ich das nicht so wichtig, klasse aber wenn man etwas neues ausprobiert und nicht genau weiss ob die Einstellung nun auch tut, was man will. Bei Google Analytics ist es extrem nervig, dass man nach jeder Zieldefinition oder jedem neu angelegten Filter erst einmal bis zum nächsten Tag warten muss. Aber sei es drum, dafür gibt es bei eTracker gar nicht erst sowas wie Filter oder Ziele, zumindest nicht in der Free-Version.

etracker-01.pngNachdem ich ein paar Daten gesammelt hatte, steuerte ich gleich meinen Lieblingsreport an. Die Herkunft der User. Für einen Großteil des Traffics ist die Herkunft für eTracker nicht ermittelbar. Ich tippe, dass es sich dabei um direkten Traffic handelt, trotzdem ist die Bezeichnung etwas irreführend.

Über die weitere Herkunft geben die Reports mit den Referrern und den Top-Providern aufschluss. Leider gibt es keine Informationen zu den eingetippten Keywords bei den Suchmaschinen, lediglich die Verteilung auf die einzelnen Suchmaschinen wird angezeigt.

etracker-2.pngWeitere Reports geben einige Basisinformationen zur Technik, wie Browser und Betriebssystem der Besucher. Es existiert noch ein interessanter Report zu den unterstützten Technologien der User, wo man sehen kann wer JavaScript und CSS versteht. Allerdings bekomme ich immer 0 angezeigt bei den Usern, die Cookies akzeptieren. Um das zu zählen muss man angeblich das Tracking-Script mit mindestens Version 2.2 einbinden, da ich Version 2.4 verwende, ging ich davon aus, dass es funktionieren müsste.

An dieser Stelle ist schon weitestgehend Schluß mit den Funktionen und Reports der Free-Version. Alle anderen Reports sind zwar im Menü angedeutet, aber erst zugänglich wenn man sich für eine der kostenpflichtigen Varianten entscheidet.

Besonders gut gefallen mir die Grafiken, welche nett animiert sind. Einige finden das unwichtig, für mich ist aber ein schönes Interface genau so wichtig wie ein funktionales. Auch der restliche Aufbau ist klar strukturiert, man findet sich ohne Einweisung innerhalb weniger Minuten zurecht. Manko bei den Grafiken: Die Legende ist viel zu klein, die kann ich selbst mit Brille nicht lesen.

Es gibt auch eine Export-Funktion, welcher allerdings beim PDF-Export nur die Grafik exportiert, nicht aber die Tabelle mit den Zahlen, welche eigentlich viel wichtiger ist. Es gibt zwar an anderer Stelle noch einen Button, um die Auswertungen in druckbarer Form darzustellen, gewünscht hätte ich es mir aber im PDF, weil sich das besser per E-Mail versenden lässt.

Etwas unglücklich sind auch die Buttons beschriftet. Wenn man die Flash-Grafik alleine haben möchte, muss man auf “Grafik herunterladen” klicken, für das PNG dagegen wählt man “Download als Grafik” :-)

Bei den gemessenen Besucherzahlen unterscheidet sich eTracker nur geringfügig von Google Analytics, d.h. pro Tag waren die gezählten Besucher maximal um 4 unterschiedlich. Daher gehe ich davon aus, dass die Zahlen bei einem möglichen Wechsel durchaus vergleichbar sind.

Fazit: Die kostenlose Version von eTracker bietet nicht besonders viel, lediglich einige Basiszahlen, die man mit vielen anderen Tools auch bekommt. Was mir sehr gefehlt hat, ist die Möglichkeit der Segmentierung oder auch der Filterung und Festlegung von Zielen. All das bekommt man evtl. in einer den kostenpflichtigen Versionen und ich denke da liegen auch die Stärken. Warum eTracker überhaupt den Weg geht, eine kostenlose Version herauszugeben ist mir ehrlich gesagt Schleierhaft. Zur Ehrenrettung von eTracker muss ich allerdings auch erwähnen, dass es die Möglichkeit eines 14-tägigen Tests aller Funktionen gibt, was wiederum eine faire Möglichkeit ist das Tool mal in vollem Umfang auszuprobieren. Vielleicht schaue ich mir die Testversion irgendwann mal an um dann einen Vergleich ziehen zu können und zu sehen, was wirklich unter der Haube steckt. Immerhin lockt dort auch eine Möglichkeit des RSS-Trackings.

Wenn ich schon Google Analytics hier als Klassenprimus lobe, muss jedoch auch erwähnt werden, dass besonders größere Unternehmen immer noch eine Abneigung haben ihre Daten bei Google zu hinterlassen und daher Google Analytics ablehnen. Zudem bekommt man bei Google auch nicht mal eben Support, da die Software ja kostenlos ist. Genau das möchten aber viele Unternehmen im professionellen Umfeld. Ich denke mal, dass eTracker hier punkten kann.

Mein Gefühl unterm Strich: Zur Free-Version gibt es bessere Alternativen. Wenn man professionelle Unterstützung benötigt, am besten gleich zu den Lizenz-Versionen greifen und auf die eigenen Anforderungen kostenlos testen.

13 Gedanken zu „Test – eTracker Free vs. Google Analytics“

  1. Ich finde die Beiden absolut Gut ! Aber Es gibt noch weniger bekannte NewElements.de tracker! Die bieten deutlich mehr funktionen. und sind Kompetent

  2. Newelements ist aber nicht kostenlos und hier ging es um die freie Variante von eTracker. Wenn ich bezahle erhalte ich auch bei eTracker mehr Funktionen. Trotzdem Danke, Newelements kannte ich noch nicht.

  3. Also eTracker in der kostenlosen Version ist in meinen Augen kaum zu gebrauchen. Analytics ist natürlich klasse, aber bringt natürlich die Abhängigkeit von Google mit sich. Was ich neulich noch entdeckt habe und klasse finde, ist reinvigorate.net, nur Frage ich mich, ob das auch nach der Beta Phase noch kostenlos bleibt.

  4. “Obendrein bekommt jeder Besucher bei Klick auf das eTracker-Logo die Statistiken und Zahlen meiner Seite angezeigt.”

    ??? Und was ist mit Datenschutz oder Privatsphäre ??? Damit ist etracker doch wohl völlig indiskutabel.

    Eine umfangreiche Marktübersicht zu Trackinganalyse-Tools gibt es bei Web-Analytics.org
    http://www.web-analytics.org/index.php/web-analyse-anbieter/categories/

    Einen Einkaufsführer findet man bei Idealobserver.de:
    http://www.idealobserver.de/einkaufsfuehrer/einkaufsfuehrer.php

    Frische Grüße,

  5. E-Tracker hat viel mehr Vorteile. Bei Google werden lediglich nur die Klicks gezahlt und nicht die Besucher bzw, widerkehrende Besucher!

  6. Welches ist denn Deiner Meinung nach intuitiver bedienbar? Hm, das etracker aus Hamburg ist hat bei mir jetzt eher einen schalen Beigeschmack bewirkt. Du kennst doch sicher das unsaegliche LG Hamburg was die ganze Zeit konfuse Urteile faellt, die dann manchmal vom OLG Hamburg kassiert und wieder “umgedreht” werden ;) M.E. eines der schraegsten Gerichte (das LG) in DE.

  7. hallo, hat schon jemand hier eine sem-kampagne mit etracker überwacht und ausgewertet? wenn ja wäre eine kurze info und ein austausch zu diesem thema für mich sehr wichtig…

    danke im voraus und beste grüße,

    O

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