Podcast – von Produktion bis Tracking

Vor einigen Tagen habe auch ich meinen ersten Podcast aufgenommen. Gemeinsam mit zwei Freunden habe ich podsbach.de ins Leben gerufen. Das Thema des Podcasts mit Patrick Bach und Robin hat nichts mit Webanalyse und auch nichts mit SEO zu tun, daher will ich darauf gar nicht weiter eingehen. Wie ich die technischen Probleme der Produktion gemeistert habe und wie ich die Downloads und Abos tracke will ich hier aber etwas genauer beschreiben.

Bevor es los ging habe ich natürlich viele andere Podcasts gehört und mir dort so einiges an Anregungen geklaut geholt. Aus technischer Sicht war mir in erster Linie eine gute Sprachqualität wichtig, da es nervig ist, wenn man immer ganz genau hinhören muss oder nur die Hälfte versteht. Natürlich gehört auch ein inhaltliches Konzept zu einem erfolgreichen Podcast, aber auch darauf möchte ich nicht weiter eingehen.

Hardware

An Hardware verwenden wir folgendes:

alesis.jpegAlesis Multimix 8 Firewire. Das ist unsere Schaltzentrale. Wir haben somit diverse Eingänge und können mit mehrerer Mikrofonen arbeiten. Zusätzlich ist es auch möglich weitere Instrumente zum Einspielen von Jingles anzuschließen. Das Gerät ist superschnell aufgebaut und installiert. Für die 4 Mikrofoneingänge existiert eine Phantomspeisung und über die Firewire-Schnittstelle stellt man in wenigen Minuten eine Verbindung zum Rechner her. Treiber gibt es für Mac und Windows. Jeder der 8 Kanäle kommt einzeln an, wodurch man die Möglichkeit hat selektiv den Pegel nachzusteuern. Kostenpunkt 299,00 €

mikro.jpegBehringer C2 Kondensatormikrofon. Bei den Mikros haben wir erst einmal ein “billiges” Pärchen genomme. Der Verkäufer hat uns zwar etwas teurere empfohlen, aber wir wollten ja nicht gleich in die Vollen gehen. Da wir den Podcast zu dritt aufnehmen haben wir uns für ein Pärchen entschieden, um ein wenig mit den Positionen spielen zu können. Evtl. werden wir in Zukunft noch mit einem weiteren Mikro experimentieren, da man dann für jeden Sprecher auch eine eigene Spur in der Audio-Software hat. Kostenpunkt: 69,00 €

Mikrofonständer. Zu den beiden Mikrofonen haben wir noch einen Mikrofonständer gekauft, damit die Mikros einfacher zu positionieren sind. Außerdem hängen sie so frei über dem Tisch und sind nicht der Gefahr ausgesetzt Schwingungen aufzunehmen. Kostenpunkt: 25,00 €

macbook.jpgMacbook. Für die Aufnahme verwenden wir ein Macbook. Das ist schön klein, lässt sich überal mit hinnehmen und bietet mit der Firewire-Schnittstelle den idealen Partner für das Alesis Mischpult. Außerdem bin ich ein echter Mac-Fan und besitze gar kein PC-Notebook :-)

Hinzu kommen dann noch ein paar Kabel für die Mikros und fertig ist das Hardware-Setup für die Podcast-Aufnahme.

Software

garageband.jpgGarageBand. Für die Aufnahme verwenden wir GarageBand von Apple, welches Teil des iLife-Paketes ist und bei jedem Mac heutzutage mitgeliefert wird. Man kann es bedienen ohne eine Ausbildung zum Toningenieur genossen zu haben, es liefert jede Menge freie Jingles und Sounds mit und ist von Haus aus für die Aufnahme von Podcasts gemacht.

feeder.jpgFeeder. Da ich keine Lust habe den XML-Feed für den Podcast von Hand zu basteln, hab ich mir eine Testversion von Feeder herunter geladen. Damit hat man den notwendigen Feed für seinen Podcast in wenigen Minuten erstellt. Die Publish-Funktion lädt zudem automatisch das zugehörige Bild mit auf den Webserver. Sehr praktisch auch: Die Länge der Podcast-Episode wird automatisch aus der MP3-Datei ausgelesen. Natürlich kann man die XML-Datei auch von Hand erstellen. Das Format ist sehr gut bei iTunes beschrieben. Kostenpunkt: 29,95 $

Für alle Nicht-Eingeweihten: Den Feed benötigt man um den Podcast z.B. über iTunes abonnieren zu können. Außerdem wird er von einigen Podcast-Verzeichnissen ausgelesen und vereinfacht somit die Anmeldung.

Die Bedienung der Software ist kinderleicht und ermöglicht auch jemandem, der noch nie etwas von XML gehört hat die Erstellung des Feeds.

Aufnahme

Die Aufnahme gestaltete sich nach der entsprechenden Vorbereitung als sehr einfach. Wir haben einige Tests gemacht um den passenden Pegel herauszufinden und die Einstellungen am Mischpult vorzunehmen. Mit dem Testen haben wir im Vorfeld einen Abend verbracht.

Für das Intro und die kurzen Jingles hat Robin einfach seine Gitarre samt Effektgerät an den Mixer angeschlossen und verschiedene kurze Melodien eingespielt. Von der Qualität war ich echt begeistert, zumal es doppelt Spaß macht, wenn man die Musik auch noch selber macht. Netter Nebeneffekt: Man hat nichts mit Gema und GVU am Hut. Die kurze Outro-Melodie hat Patrick dann direkt mit der Mundharmonika ins Mikro eingespielt.

Die Aufnahme der ersten Episode hat insgesamt einen Abend gedauert, wobei viel Zeit für das Herumprobieren mit der Musik draufgegangen ist, auch wenn das hinterher im Podcast den geringsten zeitlichen Anteil hat. Die Sprachaufnahmen sind fast in einem Rutsch aufgenommen worden.

Hosting und Webseite. Für die Webseite habe ich WordPress mit einem fertigen Theme vom N.Design-Studio verwendet. Sicherlich wäre ein bisschen mehr Individualität wünschenswert, aber der Aufwand eines eigenen Designs und die Programmierung des Templates war mir dann doch zu viel. WordPress ist in wenigen Minuten installiert und nach ca. ein bis zwei Stunden hat man die notwendigen Anpassungen vorgenommen um auch bei den Suchmaschinen nicht wie ein Depp dazustehen.

Gehostet wird der Podcast auf einem Standard-Root-Server, der für den Anfang ausreichen sollte. Wenn irgendwann die Abos und damit der Traffic explodieren, kann man immer noch über eine Alternative nachdenken. Angebote gibt es speziell für Podcaster genug.

Anmeldung

Damit die Welt da draußen auch etwas von dem Podcast mitbekommt, habe ich ihn bei einigen Podcast-Verzeichnissen und natürlich bei iTunes angemeldet. Bei iTunes dauert die Freischaltung offensichtlich ein bisschen, aber bei folgenden Diensten sind wir bereits gelistet:

  1. Podster.de
  2. Podcast.de
  3. Dopcast

Tracking

Wenn man seinen Podcast fertig produziert hat und die begleitende Webseite auch fertig ist, möchte man natürlich auch wissen ob sich das Ergebnis überhaupt jemand anhört. iTunes liefert meines Wissens nach keine Statistiken über Downloads und Abonnenten und daher muss man sich anders helfen.

Downloads von der Webseite. Da man den Podcast natürlich direkt als MP3 von der Webseite herunterladen kann, ist der erste Schritt die Downloads zu tracken. Das geht supereinfach mit Google Analytics. Einfach dem Download-Link einen JavaScript-Event mitgeben. Bei uns sieht das folgendermassen aus:

<a href="/episoden/podsbach_01_070802.mp3"
onclick="javascript:urchinTracker
('/episoden/podsbach_01_070802.mp3');">
Download Podsbach - Episode 1</a>

Damit erscheint jeder Download später als einzelne Seite mit den entsprechenden Aufrufen in Google Analytics und kann mit den bekannten Funktionen dort ausgewertet werden.

Feed-Subscriber: Besonders interessant sind neben den Downloads die Abonnenten des Podcast-Feeds. Dazu habe ich Feedburner verwendet, wo man auch RSS-Feeds für Podcasts einrichten kann. Das dauert auch nur wenige Minuten und anschließend hat man einen RSS-Feed für seinen Podcast, der auch entsprechend getrackt wird. So sieht man die Abos und die Downloads über den Feed. Da ich es aber ziemlich unsexy finde die Feedburner-Adresse zu kommunizieren, habe ich mich entschieden meine eigentliche Feed-Adresse serverseitig mit modrewrite per 301 weiterzuleiten. Die Regel dafür ist ist simple und sieht so aus:

RewriteCond %{HTTP_USER_AGENT} !FeedBurner
RewriteRule ^podsbach.xml$
http://feeds.feedburner.com/podsbach_cast [R=301,L]

Die zweite und dritte Zeile gehören jedoch in eine Zeile, hier ist nur ein bisschen wenig Platz.

Fazit

Das war es mit der Produktion und dem Tracking unseres Podcasts. Es hat bis jetzt riesig Spaß gemacht und war von der technischen Seite nicht sonderlich schwer. Sicherlich muss man ein wenig herumprobieren, aber wirklich große Hürden gab es keine. Die zukünftige Herausforderung liegt eher in der inhaltlichen Gestaltung der Sendung.

Ich würde mich riesig freuen, wenn Ihr Feedback zu dem Beitrag habt. Ganz besonders bin ich natürlich für Verbesserungsvorschläge dankbar, da wir momentan noch absolute Amateure im Podcasting sind. Bestimmt ist noch einiges drin, was man besser machen kann. Mit der Tonqualität der ersten Sendung waren wir jedoch schon sehr zufrieden, evtl. muss man noch ein wenig mit dem Pegel experimentieren, aber das ergibt sich schon.

In Zukunft werden wir bestimmt noch einmal ein oder zwei weitere Mikros hinzukaufen. Auch ein Kopfhörerverstärker steht auf der Einkaufsliste, damit wir für jeden einen eigenen Kopfhörer anschließen können. Das wäre dann die Vorbereitung um auch mal per Skype Zuhörer mit in die Sendung nehmen zu können, da wir ja nicht wollen, dass der Skype-Anrufer über den Lautsprecher wieder mit dem Mikro aufgenommen wird. Ich hoffe, dass es möglich ist den Skype-Output direkt auf eine Spur von GarageBand zu legen oder evtl. über den Ausgang ins Mischpult zu gehen, aber das werden wir dann austüfteln, wenn es so weit ist.

Geplant ist auch ein bisschen mehr mit Musik zu machen. Robin und Patrick sind zum Glück musikalisch sehr begabt, ich kann leider maximal die Triangel spielen.

4 Gedanken zu „Podcast – von Produktion bis Tracking“

  1. Hi,
    Wie trackst du die itunes-Downloads? Dort kann man ja den Link zur xml angeben.
    Viele Grüße
    Markus

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