Mobile Analytics Basics
Bisher habe ich mich überhaupt nicht um Mobile Analytics gekümmert, aber da dieses Thema nun mehr und mehr hochpoppt und auch bei mir im Forum schon ein kleiner Beitrag zu dem Thema geschrieben wurde, habe ich mich nun mal hingesetzt und mich mit den Basics von Mobile Analytics beschäftigt.
So wie ich es verstehe geht es nicht darum, dass Mobile Analytics grundsätzlich etwas anderes ist als Web Analytics. Betreiber von Websites für Mobil-Devices haben grundsätzlich die gleichen Fragen wie die Betreiber von herkömmlichen Websites. Sie möchten lernen wie sich Besucher ihrer mobilen Site verhalten, wie sie die Seite erleben und wahrnehmen, wie loyal die Besucher sind, womit sie sich auf der Site beschäftigen und wie sie interagieren.
Von den Fragestellungen also erst einmal nichts neues. Die große Herausforderung ist eher techischer Natur, da es viele hunderte verschiedene Handys gibt. Einige unterstützen mittlerweile JavaScript und können auch mit Cookies umgehen, diese könnte man wie das iPhone als herkömmlichen Browser ansehen und die Daten auch über die üblichen Tagging-Mechanismen sammeln. Die meisten Handys jedoch können entweder mit JavaScript oder mit Cookies oder meistens sogar mit beidem überhaupt nichts anfangen. Aus diesem Grund muss eine andere Strategie für die Messung der Zugriffsdaten her.
Um sich weder auf Cookies noch auf JavaScript verlassen zu müssen bietet sich der gute alte Pixel an. Ein transparentes Image, welches in den Sourcecode der Seiten eingebaut wird und beim Aufruf der Mobil-Seite mit abgerufen wird. An diesen Image-Request kann man nun diverse Parameter anhängen, die man überlicherweise sonst über das JavaScript-Tag abfragt und an den Analytics-Server sendet. Die Web Analytics-Anbieter bieten normalerweise eine Möglichkeit alle JavaScript-Requests auch als Parameter an das Image anzuhängen und somit stehen einem viele Möglichkeiten offen, auch die Messung von SEM-Kampagnen und Konversionen.
Eigentlich eine ganz simple und einleuchtende Sache, da fragt man sich doch wieso so ein Hype aus Mobile Analytics gemacht wird.
Für mich stellen sich jedoch einige Fragen, die es zu untersuchen gilt:
- Wie kann ich herausfinden ob es sich um einen wiederkehrenden Besucher handelt? Wenn ich keinen Cookie setzen kann, erkenne ich den User auch nicht wieder. Man könnte sich evtl. überlegen ob man aus der Hardware des Gerätes eine eindeutige ID generieren kann, jedoch glaube ich kaum, dass das aus Sicherheitsgründen möglich ist und selbst wenn, dann dürfte es extrem aufwendig sein dafür eine Library zu entwickeln, welche die vielen hundert verschiedenen Geräte unterstützt.
Wahrscheinlich muss man hier zweigleisig fahren und im Falle eines Browser, der Cookies akzeptiert, diesen auch setzen. Andernfalls muss man sich wahrscheinlich damit abfinden, dass der User nicht wiedererkannt wird. - Was ist wenn ich eine Website habe, die sowohl für normale Browser als auch mobile entwickelt wurde? Dann löst der normale Browser zwei Requests aus (JavaScript-Tag und Image), die nicht beide gezählt werden dürfen. Das muss meiner Meinung nach auf dem Analytics-Server abgefangen werden, da ich nicht auf jeder Webseite eine Fallunterscheidung für das Tagging je nach Client durchführen möchte.
- Welche speziellen Anforderungen an die Reports könnte es noch geben? Speziell für den Mobilbereich halte ich Auflösung und Gerät, bzw. Hersteller für sehr wichtig, aber das sind Metriken, die man eh in allen Tools vorfindet. Wichtig ist, dass sich im Web Analytics Tool ein Segment für die mobilen Endgeräte bilden lässt um diese isoliert zu betrachten.
Unterm Strich bleibt dann noch die Frage offen was man mit den neuen Daten anfängt. Welche Schlüsse kann ich daraus ziehen und welchen Einfluss hat das auf die Entwicklung meiner Mobil-Seite. Kann ich evtl. sogar Targeting-Mechanismen für zielgerichtete Werbung einsetzen, auch wenn ich den User nicht wiedererkenne? Einem iPhone-User Apple-Werbung einzublenden wäre da wohl der einfachste Fall
Was man schlussendlich mit den Mobile Analytics Daten anfängt ist jedoch Stoff für einen weiteren Artikel. Dafür muss ich aber definitiv erst einmal tiefer in das Thema eintauchen.
Ich freue mich auf Kommentare und weitere Impulse, die diese Basic-Betrachtung erweitern.
Schlagwörter: mobile analytics


Hallo Patrick,
erstmal danke, dass Du das Thema weiter im Fokus behältst. Ich darf mich Deinem Aufruf nach Austausch mal wieder anschließen.
Aber: Gerade “Hersteller”, also Handy-Hersteller inklusive Serientyp (ganz wichtig) als Metrik, finde ich nicht bei allen Anbietern – korrigiere mich falls falsch.
Dabei ist diese Metrik m.E. ideal zum optimieren, wenn man sie als Segment verwendet. Das zusammen mit “Zeit” sehe ich gerade bei Medien als wichtig: Zeit auf Content pro HandyTyp.
Der Anbieter mit dem wir arbeiten nutzt den von Dir erwähnten klassischen Pixel, und das funktioniert ganz prima, insbesondere wenn man den Code noch recht “leicht” macht.
Zu den Cookies: Akzeptieren vieel mehr als man erstmal denkt. Ist aber offensichtlich nicht nur vom Endgerät, abhängig, sondern auch vom Mobilfunk-Carrier, was wir aber noch untersuchen.
Richtig spannend weil noch recht neu wird es dann beim mobilen Marketing mit QRs zum abscannen und versendeten Codes zum einlösen im Laden.
Mehr dazu demnäxt in Deinem Forum