Honorarmodelle für einen SEO
Ich habe mir die Frage gestellt welches die beste oder besser fairste Methode der Bezahlung im SEO-Geschäft ist. Es gibt verschiedene Ansätze:
Monatliche Pauschale: Auf Basis einer Vorabanalyse schätzt man den wohl zu erbringenden Aufwand bei der Optimierung und schließt dann mit dem Kunden einen Vertrag über eine pauschale monatliche Summe über eine gewisse Laufzeit.
Hier hat der Kunde zwar eine gewisse Planungssicherheit, aber kaum Transparenz. Latent begleitet ihn das Gefühl, dass der SEO ihn abzocken könnte da der ja nach dem initialen Aufwand nur noch rumsitzt und ab und zu mal einen Link besorgt um das Ranking zu halten.
Ja klar, lieber Kunde. Aber sei doch bitte zufrieden wenn das Ranking und der Traffic da ist. Selbst wenn der SEO danach seinen Bauch in die Sonne hält, dann freu Dich über den Traffic. Da hat er wohl am Anfang einen guten Job gemacht und wahrscheinlich auch initial mehr Aufwand investiert als die Pauschale abdeckt.
Ich behaupte sogar, dass der Kunde bei diesem Modell am besten fährt. Wenn der SEO einen guten Job macht, dann steigt der Nutzen für den Kunden über die Zeit kontinuierlich an. Der Traffic nimmt zu und imIdealfall natürlich auch die Konversionsrate. Der SEO hat in diesem Fall nichts von demzunehmenden Erfolg des Kunden. Andererseits kann man natürlich auch argumentieren, dass der Aufwand für den SEO nach einer gewissen zeit abnimmt. Sobald ein guter Status erreicht ist geht es darum diesen zu halten oder langsam auszubauen. Das kann unter Umständen weniger Aufwand bedeuten. Muss aber nicht. Wenn evtl. noch die letzten 3 oder 4 Positionen geknackt werden sollen, dann geht es jetzt erst richtig los, denn von dem Zeitpunkt an hat man es mit der professionellen Konkurrenz zu tun.
Bei dieser Methode muss man sich also den Kunden und die Ziele ganz genau anschauen.
Bezahlung nach Ranking: Eigentlich eine ganz charmante Methode, die für beide Seiten etwas Positives hat. Der Kunde bezahlt erst wenn ein gewisses Ranking erreicht ist, welches sich recht einfach nachweisen lässt und auch Traffic bringt wenn nicht die schlechtesten Keywords verwendet wurden. Der Vorteil für den SEO liegt klar darin, dass er nicht so viel Überzeugungsarbeit am Anfang leisten muss, um den Kunden von seiner noch zu erbringenden Leistung zu überzeugen. Problem ist nur festzulegen welches Keyword welchen Wert auf welcher Position hat und ab wann ein Ranking zählt. Besonders der Sprung von der zweiten Seite bei Google auf die erste ist problematisch, da man dort erfahrungsgemäß eine Zeit lang hin und her hüpft. Es ist aber ein großer Unterschied, ob man nun Nr. 10 oder Nr. 11 ist, zumindest für den Traffic.
Diese Methode der Entlohnung halte ich besonders interessant für Newcomer, die noch keine Referenzen vorweisen können. Sie können sich so ihre Lorbeeren verdienen und erhalten den Lohn bei entsprechendem Erfolg.
Bezahlung nach Traffic: Diese Methode ist ähnlich charmant für beide Seiten wie die Bezahlung nach Ranking. Der Kunde zahlt erst, wenn der Erfolg da ist und der SEO erhält eine angemessene Entlohnung im Erfolgsfall, die obendrein auch nochhöher ausfällt umso größer der Erfolg.
Der Unterschied liegt in der Bewertung. Das Ranking eines Keywords zu bewerten ist schwierig. Alleine eine Position ist nichts wert, erst wenn darüber Besucher kommen erhält die Position einen gewissen Gegenwert. Aus diesem Grund ist die Bezahlung nach Traffic oder pro Klick (PPC) angemessener um die Performance der SEO-Arbeit zu entlohnen. Hinzu kommt, dass man hier nicht mit den Streuverlusten der Keyword-Bewertung zu kämpfen hat. Meistens ist es so, dass man auf einige Keywords optimiert und gleichzeitig noch einen ganzen Haufen sekundärer Begriffe mit nach oben zieht, die ebenfalls guten Traffic bringen. Wenn ich all diese Keyword-Rankings bewerten will bin ich wahrscheinlich eine halbe Ewigkeit beschäftigt und habe eine Staffel von 10 bis 20 unterschiedlichen Preisen für meine Keywords. Traffic hingegen ist eine einzige Metric, die ich recht gut messen kann.
Problem an der Sache für den Kunden: Ein gewitzter SEO kann sicherlich jede Menge unqualifizierten Traffic generieren, der dem Kunden gar nichts bringt.
Bezahlung nach Conversion: Das dürfte sicherlich jedem skeptischen Kunden am liebsten sein. In diesem Fall steht ein konkreter Abschluß mit realem Umsatz als Basis der Berechnung zur Verfügung. Dem SEO wird davon eine Provision gezahlt. Keine Frage, da springt bestimmt jeder Kunde drauf an. Als SEO muss ich aber schon ganz genau hinschauen um hier nicht auf die Schnauze zu fallen. Was kann denn der SEO dafür, wenn der Kunde ein so beschissenes Produkt hat, dass es einfach nicht verkäuflich ist und niemanden interessiert? Anders herum wird auch kein Kunden dem SEO eine verkaufsbasierte Provision zahlen, wenn das Produkt eh ein Selbstläufer ist. Bei dieser Methode würde ich ganz genau hinschauen.
Bezahlung nach Aufwand: Ganz klassisch zahlt man die Stunden, die der SEO in die Optimierung gesteckt hat. Eigentlich eine faire Geschichte, wenn das Vertrauen in die Arbeit des SEO vorhanden ist. Hier ist jedoch zu bedenken, dass jede Optimierung langfristig betrachtet werden muss und der SEO evtl. die Chance verpasst vom Erfolg der Optimierung zu partizipieren, andererseits ist für den SEO auch gleich von vornherein das Risiko geringer und er erhält sein Honorar für geleistete Arbeit, statt für einen gewissen Erfolg. Im Grunde eine ganz bodenständige Geschichte.
Die Methoden haben alle Vor- und Nachteile. Eine generelle Empfehlung ist nur schwer zu geben und in jedem Fall sollte man genau hinschauen welche Art der Bezahlung am fairsten ist. Wahrscheinlich ist ein Mix aus einem Sockelbetrag plus Bonus bei Erfolg ein guter Mittelweg, der verschiedenen Modelle miteinander vereint.
Habt Ihr dazu ncoh Anregungen? Oder seid Ihr schon mal mit einer Entlohnungsmethode richtig auf die Nase gefalle? Dann hinterlasst doch einen Kommentar, es würde mich interessieren.
Kategorie: SEO Tipps




[...] hat sich die Mühe gemacht und die üblichen Abrechnungsmodelle für SEO vergleichend aufgeführt. Wie Patrick erklärt, ist eigentlich kein Modell alleine wirklich [...]
[...] sehr unterschiedlich. Mit dem zweiten Punkt hat sich aktuell Patrick auseinandergesetzt und die Vor- und Nachteile der SEO-Honorarmodelle [...]
Sehr interessante und ausführliche Übersicht, vielen Dank für die Mühe!
Beste Grüße,
Mic
[...] kosten darf/soll. Gerade was die Kosten einer Suchmaschinenoptimierung angeht hatten Patrick und Gerald in der Vergangenheit schon einen Artikel [...]
[...] gehört. nach etwas Recherche: 6 kostenlose Wege zur Keywordrecherche Ranking Konzept – SEO News Honorarmodelle für einen SEO | Webanalyse & SEO – News frage ich einfach mal in den Raum, ob jemand von Euch Entwürfe über [...]
Vielen Dank für die Ausführung Patrick! Ich bin gerade auf Deinen Blog gestoßen auf der Suche nach mehr Infos zu “Seo-Honorar” , ich suche nämlich auch nach Tipps und Infos für mein erstes Angebot
Ich denke mal es wird eine Kombination von Einmalzahlung + monatliche bzw quartalsweise Erfolgsprämie werden incl. kostenpflichtiger Vorabberatung die bei Auftragsvergabe verrechnet wird. Ich frage mich was man für 1-2 Haupt-Keywords für eine Seite 1 Platzierung im Monat aufrufen kann? Denke mal man sollte vom Kosten-Nutzen Prinzip für den Kunden ausgehen, generell würde mich es aber schon interessieren was man für das Key “Neuwagen” pro Monat nehmen kann…
Hallo Patric. Wollte gern mal wissen was SEO kostet und bin aber nun auch nicht so viel schlauer geworden. Es ist ja schon eine ganz schöne Preisspanne und leider ist es wirklich so, das Platz 10 mit etwas Fleiß selbst zu schaffen ist, es dann aber sehr schwer wird zu steigen. Da oben weht wirklich eine steife Briese. Trotzdem danke für die Infos!