Exakte Standortbestimmung in Google Maps sinnvoll für die Webanalyse?

Auf meinem anderen Blog neunzehn72.de habe ich heute einen Post über das neue Feature von Google Maps zur Standortbestimmung in Verbindung mit der W3C Geolocation API geschrieben. Dabei ist mir aufgefallen wie erschreckend genau dieser Dienst funktioniert. Ich habe einfach im Firefox auf den Button geklickt und die Anzeige war auf ca. 10-20 Meter genau. Funktioniert übrigens nicht mit allen Browsern. Die Genauigkeit wurde dann auch von anderen Usern bestätigt und irgendwann ging die Diskussion auch in Richtung Web Analytics. Was kann man mit so genauen Location-Daten der User anfangen? Bisher waren wir es gewohnt, dass die typische IP-Auflösung auf Städte-Genauigkeit funktionierte. Man kann also in etwa sehen wo die User her kommen und das mit seinen Aktivitäten auf der Webseite koppeln. Sei es um Dienste auf Basis des Standortes anzubieten oder Auswirkungen von lokalen Printanzeigen auf die Webseite zu messen.

Nun geht es aber einen Schritt weiter. Nach meinen ersten Tests weiss Google Maps ziemlich genau wo ich mich gerade befinde. Das macht mir schon ein wenig Angst und geht meiner Meinung nach zu weit, vor allem weil ich noch nicht ganz genau weiss wie die Technik dahinter funktioniert. Momentan gibt es zum Glück noch die Hürde, dass der Browser sich meldet und ich aktiv die Erlaubnis zur Standortbestimmung geben muss. Aber schieben wir mal die Datenschutzdiskussion in den Hintergrund. Was kann ich mit diesen Daten anfangen? Ich denke da z.B. an Märkte wie Mediamarkt von denen es in Hamburg bestimmt 7 oder 8 gibt (gefühlt sind es sogar 30 ;-) ). Diese Märkte haben lokal angepasste Printwerbung und natürlich teilen sie sich eine Stadt mit den verschiedenen Stadtteilen und die Werbebeilagen sind auf der Webseite abrufbar. Wäre es nicht interessant zu wissen, dass Kunden durch die halbe Stadt fahren, obwohl sie einen anderen Markt viel näher dran haben? Sowas in der Art wird ja schon gemacht, sicherlich wurdet Ihr auch schon mal nach der PLZ beim Kauf gefragt.

Was kann ich mit den Daten noch machen? Wie wäre es wenn der Kunde die Webseite betritt und dort gleich begrüsst wird mit “Ihr Weg zu uns ist 6,8 km lang, momentan keine Staus, wir haben bis 18:00 geöffnet und sie haben daher noch locker 30 Minuten Zeit ihr Geld loszuwerden”. Cool, oder?

Taxi-Bestellung übers Internet könnte extrem einfach werden. 20-50 Meter Genauigkeit reichen hier locker. Ich sollte mir die Domain 1-Click-Taxi.de sichern ;-)

Es gibt sicherlich viele Ideen was man mit den Informationen anstellen kann. Dennoch bin ich momentan doch noch etwas mehr erschrocken und würde das Treiben erst mal genauer betrachten wollen. Vor allem muss ich mich erst einmal damit beschäftigen wie das denn genau funktioniert.

Ich würde mich dazu über eine Rege Diskussion und Kommentare freuen.

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4 Responses to “Exakte Standortbestimmung in Google Maps sinnvoll für die Webanalyse?”

  1. Hallo Patrick,

    ja, da würden eine Menge an Auswertungen und Anwendungen möglich werden. Z.B. für alle ‘gelbe-seiten’-artigen Inhalte.

    Und ja: Überrascht bin ich auch, wie ausgreifend Firefox/Chrome als Datensammelmaschinen auf den Computern funktionieren und die Daten an Google weitergeben – in diesem Fall die Namen (?) der umliegenden WiFi-Netze.

    Aber, wie du ja geschrieben hast, werden die Besucher aktuell auf jeder neuen Website, die die Geo-Daten abfragen will, nach deren Einverständnis gefragt. Zudem geht es nur mit dem neuen Firefox oder dem Google Browser. Dazu gäbe es einen Zugang bei Nutzern, die Google Gears installiert haben. Wieviel mögen das eigentlich sein? Gibt es da Daten?

    Nebenbei zum spielen: Ein einfaches Beispiel zur Abfrage der Position:
    http://www.webmonkey.com/tutorial/Track_User_Geolocation_With_JavaScript

    Grüsse,
    Frank

  2. Ich will doch stark hoffen, dass jeder Browser, der die W3C Geolocation API unterstützt, den Benutzer vor jeder Übermittlung dieser Daten fragt, ob der Nutzer das wirklich möchte. Insofern wäre dieses API für Webanalytics dann nur sehr eingeschränkt nutzbar.

  3. Es ist so schön, dass Google nicht weiss wo ich bin sondern 150 Kilometer entfernt anzeigt. Ist in Österreich etwas schiwerig, weil wenn man seine AdWords für Salzburg lokalisiert muss man aufgrund der großen Provider Österreichs auch Oberösterreich udn Wien mitnehmen weil steige ich über Tele2 DSL ein, dann bin ich Oberösterreicher (obwohl Tele2 in Wien ist – aber wohl Datencenter in OÖ). Steige ich über inode ins DSL ein, dann bin ich trotz fixer IP ein Wiener was 300km Entfernung bedeuted. :-)

  4. Bin mal gespannt, wann die API geknackt wird und die Position und Einverständnis ausgelesen werden kann.

    Aber ist schon lustig, was man damit machen kann. Ich finde ja Google Latitude sehr witzig, wo man die Position von seinen Freunden via Maps verfolgen kann.