Clicky Review
Ich habe Clicky nun einige Tage auf zwei verschiedenen Websites mitlaufen lassen und möchte Euch nun meine Eindrücke mitteilen.
1.Messgenauigkeit / Zahlenvergleich
Mit der Genauigkeit ist das immer so eine Sache. Solange es keinen vernünftigen Standard gibt, kann niemand behaupten, dass er genau misst. Ich habe die Zahlen von Clicky einfach mal mit Google Analytics verglichen. Beide Tools arbeiten gleich und zählen die Besucher über einen JavaScipt-Code.
Der Unterschied zwischen Clicky und Google Analytics ist marginal. Folgende Tabelle zeigt die unterschiedlichen Werte an verschiedenen Tagen.

Die Zahlen sind also weitestgehend kompatibel zu Google Analytics und können daher als “verlässlich” im Rahmen der verwendeten Messmethode bezeichnet werden.
2. Dashboard
Das Dashboard bietet einen guten Überblick über die wichtigsten Metriken. Links über den einzelnen Bereichen geben weitere Details preis. So kommt man bei “The Basics” direkt zur Besucherübersicht, den Actions (dazu später mehr) und der verbrachten Zeit auf der Webseite. Darüber hinaus zeigt das Dashboard eine Liste der ein- und ausgehenden Links, Suchanfragen über Suchmaschinen und die beliebtesten Seiten an.
Das Dashboard hat einen Edit-Button über den man jedoch leider nicht beliebige Reports hinzufügen kann, sondern lediglich einige Einstellungen zum angezeigten Zeitraum und ob man Graphen angezeigt haben möchte oder nicht.
3. Visitors
Der Navigationsreiter Visitors verbirgt viel, jedoch nicht die Anzahl der Besucher, wie man eigentlich erwarten würde. Diese Information habe ich seltsamerweise nur auf dem Dashboard gefunden. Als erstes zeigt Clicky eine Liste der letzten Besucher an. Weitere Links zeigen Details zu Herkunft der Besucher und verwendetem Browser bzw. Betriebssystem. Die Aufteilung finde ich etwas seltsam, aber man gewöhnt sich dran. Allerdings vermisse ich hier eine vernünftige Darstellung meiner Visitortrends. Da mich besonders die Veränderungen interessieren wäre hier ein einfaches Liniendiagramm das Mindeste.
Interessant ist, dass Clicky Gebrauch von Google Maps macht um die Herkunft der User darzustellen. Google Analytics tut das bisher nicht. Trotzdem ist die Darstellung in Clicky nicht so gut gelöst wie in Analytics, wo man sich von der Weltkarte bis hin in das einzelne Land klicken kann. Das geht in Clicky zwar auch, aber die Abgrenzung ist auf der Maps-Larte nicht so ideal.
4. Actions
Der Ansatz der Actions ist in meinen Augen der richtige Weg. Nicht der Visit zählt, sondern das was der User auf der Webseite treibt. Ziel heutiger Websites ist es Besucher dazu zu bewegen bestimmte Aktionen auszuführen. Leider benutzt Clicky in meine Augen ein großes Wort für vorhandenen Standard. Hinter den Actions verbergen sich Page Views, Searches, Links und Downloads. Searches und Links finden sich dann auch noch einmal in separaten Hauptmenüpunkten wieder, wodurch das Ganze etwas aufgeplustert wirkt. Das finde ich ein bisschen Schade, dennoch ist der Ansatz in Actions zu denken richtig.
5. Content
Der Reiter Content bietet das, was man erwartet. Beliebteste Seiten, Einstiegs- und Ausstiegsseiten und File-Downloads. Zu den Downloads ist allerdings anzumerken, dass hier auch alle Bilder, die man in den Posts hat angezeigt werden.
6. Links
Als eines der wenigen Web Analytics Tools zeigt Clicky von Haus aus die ausgehenden Links an. Außerdem verbergen sich hinter diesem Menüpunkt auch noch die Referrer. Sehr nett gemacht ist die Ansicht als Tagcloud, ist aber mehr Spielerei als das es etwas bringt. Die Tagcloud ist übrigens auch in vielen anderen Reports von Clicky verfügbar.
7. Searches
Hier finden sich die üblichen Verdächtigen. Ganze Suchanfragen, einzelne Keywords und Verteilung auf die einzelnen Suchmaschinen. Besonders hier ist wieder die Tagcloud ganz niedlich.
8. Spy
Der Menüpunkt Spy ist mein persönlicher Favorit unter Clickys Features. Hier könnt Ihr live dem Traffic auf Eurer Webseite zuschauen. Ob das einen Sinn hat? Keine Ahnung, aber ich finde es manchmal ganz lustig beim Kaffee einfach für ein paar Minuten zuzuschauen, wie die Besucher auf die Webseite kommen. Leider kann es bei dem Traffic auf meinem Blog auch schon mal etwas länger dauern, bis sich etwas im Spy regt
Daher verschone ich Euch jetzt auch mit einem 2-stündigen Screencast von meinem Spy-Report.
9. Feeds
Gelungen sind die Feeds, die es ermöglichen einige elementare Statistiken als RSS-Feed abonnieren zu können, um diese immer direkt im Reader zu haben. Klasse Idee.
10. Feed Statistiken
Für die Statistiken des eigenen RSS-Feeds benutzt Clicky die API von Feedburner. Hier hatte ich mir eigentlich erhofft eine eigene Implementation zu sehen, die als Alternative zu Feedburner fungiert. Pustekuchen.
11. Preis
Für bis zu drei Sites mit jeweils durchschnittlich 1.000 PIs ist Clicky kostenlos. Darüber hinaus gibt es zwei Lizenzen zu $ 2,99 und $ 5,99 im Monat.
12. Fazit
Clicky ist ein solider Besucherzähler mit einigen netten Gimmicks, die aus der Masse vervorstechen. Dennoch würde ich es nicht als Web Analytics Tool bezeichnen. Die Featureliste, welche großspurig mit anderen Tools vergleicht halte ich für übertrieben, da hier nur auf Clicky-Features eingegangen wird, dafür verschweigt man was Clicky nicht kann und das sind einige wichtige Dinge, wie eine anständige Segmentierung, Custom Reports oder die Möglichkeit Zeiträume miteinander zu vergleichen.
Solange Clicky in der kostenlosen Version genutzt wird kann ich es durchaus als Visit-Counter empfehlen. Bezahlen würde ich dafür jedoch nicht.
Kategorie: Webanalyse Tools




Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag über Clicky! Besonders der letzte Satz hat mir sehr geholfen, denn ich habe mit dem Gedanken gespielt für die Pro Version von Clicky zu bezahlen.
Gibt es denn hier irgendwo eine Toplist mit den besten Trackingtools (für die es sich dann auch eventuell lohnt zu bezahlen)?