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Bounce Rate – was ist das?

Immer wieder kommt das Gespräch auf die Bounce Rate, egal ob von Kundenseite oder von Kollegen. Dabei stelle ich fest, dass es verschiedenste Auffassungen gibt, was die Bounce Rate ist, wie sie gemessen wird und wodurch eine hohe, bzw. niedrige Bounce Rate begünstigt wird.

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Was ist die Bounce Rate?


Die Bounce Rate oder Absprungrate ist der Prozentsatz von Besuchern, die eine Seite besuchen und sie sofort wieder verlassen. Man kann diesen Wert als Gesamtwert für die ganze Site oder für jede einzelne Seite ermitteln.

Man darf die Bounce Rate nicht mit der Exit Rate verwechseln. Die Exit Rate ist der Prozentsatz der Besucher, die von dieser Seite aus die Website verlassen. Dabei können sie vorher durchaus mehrere Seiten angeschaut haben.

Eine weitere Metrik, die in diesem Zusammenhang oft genannt wird ist der Single Page Visit. Dabei handelt es sich um den Prozentsatz an Besuchern, die sich nur genau eine Seite anschauen und dann die Site wieder verlassen.

Wie wird die Bounce Rate gemessen?

Einen Standard für die Messung der Bounce Rate gibt es nicht. Das liegt unter anderem daran, dass man die Bounce Rates von zwei unterschiedlichen Websites nicht ohne weiteres miteinander vergleichen kann.

Bei vielen Webanalyse-Tools werden Besucher, die innerhalb von 10 Sekunden die Seite wieder verlassen als Abbrecher gewertet und zählen somit zur Bounve Rate.

Ein Wert wie hoch die Absprungrate liegen sollte kann man nicht geben. Je nach Typ und Content kann sich die Bounce Rate zwischen 15 und 80 % bewegen und trotzdem als normal bewertet werden. Jeder Webmaster sollte zur Bewertung wissen wo der Traffic her kommt und wie dieser zu bewerten ist.

Welche Faktoren beeinflussen die Bounce Rate positiv oder negativ?

  • Keyword-Ranking: Je höher eine Webseite bei irrelevanten Keywords rankt, um so höher wird die Bounce Rate sein.
  • Traffic-Quelle: Je nach Quelle des Traffics kann die Bounce Rate ganz enorm unterschiedlich sein. Banner haben oft eine sehr hohe Bounce Rate, Suchmaschinentraffic über die organische und die bezahlte PPC-Suche hingegen hat eine niedrigere, wenn das Keyword zur Seite passt.
  • Landing-Page: Wenn die Landing-Page nicht das bietet, was der User erwartet, wird auch die Bounce Rate hoch gehen. Besonders bei Landing-Pages für Suchmaschinen-Traffic ist es wichtig einen möglichst guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Das gilt sowohl für das design als auch für den Content. Wird der User mit tollen Aktionen über eine Anzeige geködert und findet die dort gemachten Versprechen nicht auf der Landingpage, so wird er sicherlich zur hohen Bounce Rate beitragen.
  • Outbound Links: Eine Seite mit vielen Links die zu anderen Sites führen birgt die Gafahr, dass die User schnell weg sind.
  • Lange Ladezeiten: Niemand wartet gerne lange. Auch wenn dieses Thema seit der DSL-Massenverbreitung nicht mehr so kritisch ist, sollte man darauf achten, dass man es nicht übertreibt mit der Site-Größe.

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt, natürlich gibt es viele Gründe warum eine Bounce Rate höher oder niedriger sein kann. Wichtig ist, dass man sie nicht komplett unbeachtet lässt. Google Analytics stellt die Absprungrate sehr übersichtlich gesamt und pro Tag dar.

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19 Gedanken zu „Bounce Rate – was ist das?“

  1. Die Bounce Rate ist in vielen Systemen zum Usertracking leider keine Standardmetrik, Google Analytics ist da eher eine Ausnahme. Jedoch besteht manchmal die Möglichkeit, eigene Metriken anzulegen.

    Nun ist es interessant, sich die Bounce Rate der kompletten Domain, von Seitenbereichen und von einzelnen Seiten anzuschauen und Rückschlüsse zu ziehen.

    Ich denke die Bounce Rate ist als wichtiges Instrument im Usertracking zu wenig anerkannt.

  2. Die Absprungrate ist ohne genaue Kenntnis ihres Zustandekommens wertlos. Google schreibt z.B. “Die Absprungrate ist der prozentuale Anteil von Zugriffen auf nur eine Seite, d. h. von Zugriffen, bei denen die Besucher Ihre Website bereits auf der Einstiegsseite wieder verlassen haben.” Ist doch toll, wenn die bei 100% liegt. Kunde kommt, findet alle relevanten Informationen und geht wieder – aus Kundensicht super.

    Das erscheint mir aber falsch. Sonst müsste ja dieser Wert mit der Rate von Besuchen mit nur einer PI übereinstimmen. Wann liegt aus GA-Sicht also ein Absprung vor? Und sind die Abbrüche in den 1PI-Besuchen beinhaltet? Ich habe da nichts Konkretes gefunden.

  3. Wie würden sie den eine Bounce rate von 35% beurteilen? Immer noch zu hoch?

    würde mich über eine antwort freuen

    mfg

    snobtrader

  4. Genau, ich stimme Marcus zu, es ist wichtig die Bouncerate genau zu analysieren. Die Analyse sollte den kompletten Auftritt einschliessen, nicht nur die Startseite….Schwachstellen lassen sich finden und ggf. optimieren.

  5. Mich würde mal interessieren, ob bei der Bounce Rate bei Google Analytics auch die Besuche der Bots mitgezählt werden. Es deutet nämlich einiges darauf hin (das sind die Marke “1 Zugriff mit 0:00 Besuchszeit”).
    Das würde dann auch die krasse Diskrepanz zwischen blog-interner Statistik (Cystats) und Analytics erklären. Wäre eine Schwachstelle in einem sonst sehr guten und vor allem kostenlosen Service…

  6. also meine “Bounce Rate” ist laut Alexa besser als die von Google und im Benchamrk stehen andere Seiten klar im Vorteil. Naja das ist nur eine von vielen Kennzahlen auswerten kann und an denen man auch nichts ändern kann

  7. Durch die grafische Darstellung von sogenannten Bouncerates ist es mir möglich, weniger beliebte Seiten zu analysieren, was muss ich wo verändern bzw. wie kam Person X auf die Seite und warum ging er gleich wieder (Bildlich gesprochen). Es stimmt schon, dass diese Technik noch viel weiter genutzt werden muss um zuverlässigere Daten zu erhalten.

  8. Ich habe ja das Gefühl hier wird gefährliches Halbwissen verbreitet. Hier mal die Definition laut Google:

    “Die Absprungrate ist der prozentuale Anteil von Zugriffen auf nur eine Seite oder von Zugriffen, bei denen die Besucher Ihre Website bereits auf der Einstiegsseite (Zielseite) wieder verlassen haben.”

    Von sofort steht da leider nix, sonst wäre es eine sehr schöne Kennzahl. So sagt mir die Bouncerate nur, ob meine Besucher keine weitere Seite besuchen. Bouncerate für die Kontaktseite 100% hervorragend die Kunden haben Interesse und waren sich nicht unsicher. Bouncerate für meine Startseite 100% Katastrophe.

    Bouncerate für die Seite “Bestellung abgeschlossen” 100% ok die Kunden kaufen nicht weiter ein.

    ABER eine Bouncerate die mit einer niedrigen Verweildauer korreliert bedeutet dann wieder was ganz anderes, nämlich in etwa das, was unser geschätzer Patrick meint.

  9. Hallo Herr Ludolph,

    habe ich bei Google Analytics die Möglichkeit zu sehen, welche Webseite, welche Absprungrate aufweist?

    Besucher->Besuchertrend->Absprungrate, hier sehe ich nämlich die Absprungrate für die einzelnen Seiten nicht.

    Eine andere Frage, wenn ich Sie mal bitte fragen darf. Ab wann zählt denn die Absprungrate? Gibt es hier eine bestimmte Zeit, wie etwa, wenn der Nutzer nach X Sekunden die Webseite verlässt. Aber ab welcher X Sekunde? Hoffentlich konnte ich mich gut ausdrücken.

    Können Sie mir bitte hier helfen? Vielen Dank.

    Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen noch.

    Hans

  10. Ich denke das die Bouncerate mit dem Verlassen einer seite innerhalb von 5-10 Sekunden zu tun hat.

    Wenn ich 2 min auf einer Seite verweile, die ich konkret gesucht habe (z.B. durch Long Tail suche) und dort meine Informationen gefunden & gelesen habe und anschließend verlasse, sollte mein Besuch nicht als Bounce gerechnet werden. Als Bounce zählt für mich das verlassen ohne jeglichen Informationsfluß von der Seite zum User.

  11. @Moritz: Ich denke nicht, dass 2 min für die Abbruchrate relevant sind, es wird eher so sein, dass man sofort die Seite wieder verlässt, eben aus oben genannten Gründen. Meine Absprungrate liegt auf allen Seiten um die 40 %. Bei Alexa ist die Bouncerate immer mit “fallend” angegeben bisher, alle anderen Werte sind hoch.

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