Adobe SiteCatalyst CS5

Ein Aufschrei ging heute morgen durch die Web Analytics Welt. Jeder hat es mitbekommen und jeder hat es gebloggt oder getwittert. Adobe möchte gerne Omniture übernehmen.
Nun sitze ich gerade im Flugzeug von Czech Airlines auf dem Weg von Ljubljana nach Bratislava über Prag und kann nun auch endlich meinen Senf zu dem Thema abgeben. So wie es ausschaut bin ich wohl diesmal der letzte der zu dem Adobe-Omniture Deal etwas bloggt.
Zunächst mal ist es ein Beweis dafür, dass die Webanalyse als Branche und Zweig des Online Marketing ganz oben angekommen ist und nun auch salonfähig ist. Jemand wie Adobe beschäftigt sich doch nicht mit Omniture wenn da nicht was zu holen wäre.
Klar kann man spekulieren, dass die Portfolios doch wenig gemeinsam haben und die Geschäftsmodelle auch nicht zusammenpassen, ich finde jedoch, dass Omniture megagroßes Glück mit diesem Deal hat und glaube dass Adobe die Web Analytics Welt heftigst umkrempeln wird.
Die Sache mit Flash
Flash ist eine Schlüsseltechnologie im Web und hat seinen festen Platz, jedoch ist es noch immer nicht trivial Flash-Anwendungen und vor allem das Verhalten der User in der Anwendung zu tracken. Klar kann man ein JavaScript-Tag in ActionScript packen und klar kann man so irgendwie Events und Pageviews messen, aber wenn man ehrlich ist will man als Web-Analyst mit Flash doch nichts zu tun haben. Das kann Adobe nun grundlegend ändern. Ich weiss nicht wie, da ich kein Flash-Experte bin, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es irgendwelche Standardmodule oder Bibliotheken gibt, die es Entwicklern extrem einfach macht das Userverhalten aufzuzeichnen und dabei weit über die momentanen Möglichkeiten des Trackings in HTML-Seiten hinaus geht. Im Gegensatz zu einer HTML-Seite handelt es sich bei einem Flash-Movie nämlich nicht um ein lebloses und zustandsloses Ding, Flash ist eine richtige Applikation. Hier dürften die Möglichkeiten für Adobe riesig sein und jeder Flash-Entwickler wird darauf drängen den Adobe SiteCatalyst CS5 einsetzen zu dürfen.
Die Sache mit PDFs
PDFs sind doch nicht mehr wegzudenken aus dem täglichen Leben. Es ist der Standard beim Austausch von Dokumenten. Auch im Web sind viele Dokumente als PDF abgelegt und manch Unternehmen geht sogar dazu über Newsletter direkt als PDF zu versenden, weil man so sicher sein kann, dass das Layout nicht zerschossen wird. Wie oft hatte ich die Diskussion wie man denn einen PDF-Anhang in einer Email am besten tracken kann, ob das Dokument geöffnet wurde, ob gescrollt wurde und und und. Hier hat Adobe die Möglichkeit eine Lösung für PDFs zu bauen.
Die Sache mit dem Cookie
Wie oft ist die Cookie-Diskussion hochgekocht? Jedesmal kamen dann auch wieder die Flash-Cookies als möglicher Ausweg auf den Tisch. Es gab auch Gerüchte, dass Adobe das nicht will und es in zukünftigen Versionen unterbinden wird die LSO’s für Trackinggeschichten zu verwenden. Das Thema ist damit dann ja wohl auch durch. Adobe kann nun die Schlüsseltechnologie entwickeln um unabhängig von Cookies zu werden und sie werden dabei sicherlich kein Interesse haben daraus einen offenen Standard zu basteln.
Die Marke Adobe
Ja hallo, was gibt es geileres als von Adobe gekauft zu werden? Die einzigen Steigerungen sind wohl nur Apple oder Google. Adobe hat ein richtig gutes Image, sie bauen wirklich geile Produkte und sind wohl nach dem Microsoft Office mit die Suite, die sich am häufigsten auf Macs und PCs findet. Adobe hat zudem den Fuß in allen großen Agenturen und den Läden mit den kreativen Köpfen. Ich habe selbst in einer Agentur gearbeitet wo Flash am laufenden Band produziert wurde aber kein Mensch auch nur den Hauch einer Ahnung hatte wie erfolgreich die Kampagnen und Sites waren. Das dürfte bald ein Ende haben. Omniture tut gut daran von dem positiven Image Adobes zu partizipieren und den Namen Omniture auf den Müll zu werfen.
Umbau zu einem echten Produkt
Adobe hat nur Standardprodukte im Portfolio, nichts mit Customizing und auch keine undurchsichtige Preisliste, die sich mit jedem Klick verändert. Ich kann mir vorstellen, dass aus den Omniture-Produkten ebenfalls echte Produkte werden, die man so kauft wie sie sind. Das passt zwar nicht unbedingt zu dem aktuellen Geschäftsmodell von Omniture als SaaS-Anbieter, aber wer sagt denn, dass es so bleiben muss. Adobe hat nun alle Komponenten zusammen um eine Out-Of-The-Box-Trackinglösung anzubieten, die einfach auf dem eigenen Webserver mitläuft. Einfach ein kleines Flash-Filmchen in die Seite einbauen und schon werden die Daten in einer von Flash gesteuerten Datenbank auf dem eigenen Webserver abgelegt. Installationsaufwand super gering und auch interessant für Websites mit nur wenigen Usern. Die Idee finde ich persönlich extrem sexy.
Die aktuelle SaaS-Lösung wird dann als professional Service weiterlaufen.
All das ist natürlich reine Spekulation, aber ich persönlich sehe sehr großes Potential in dem Deal wenn er denn zustande kommt. Es wird jedoch auch sehr lange dauern bis vielleicht etwas von dem eintriffst was ich skizziert habe, wahrscheinlich mindestens 2 Jahre. Bis dahin muss Adobe erst mal Hausputz machen und das riesige Gewirr zusammengekaufter Produkte auseinandernehmen. Außerdem müssen zwei Unternehmen verschmozen werden, was nicht ohne ist. In der Übergangszeit wird wohl nicht sehr viel Zeit für Innovation und Entwicklung sein.

Ein Aufschrei ging heute morgen durch die Web Analytics Welt. Jeder hat es mitbekommen und jeder hat es gebloggt oder getwittert. Adobe möchte gerne Omniture übernehmen. Natürlich habe auch ich mir so meine Gedanken gemacht.

Zunächst mal ist es ein Beweis dafür, dass die Webanalyse als Branche und Zweig des Online Marketing ganz oben angekommen ist und nun auch salonfähig ist. Jemand wie Adobe beschäftigt sich doch nicht mit Omniture wenn da nicht was zu holen wäre. Es ist also für die Branche selbst ein sehr positives Signal.

Klar kann man spekulieren, dass die Portfolios doch wenig gemeinsam haben und die Geschäftsmodelle auch nicht zusammenpassen, ich finde jedoch, dass Omniture großes Glück mit diesem Deal hat und glaube dass es hier doch einige Punkte gibt über die man nachdenken sollte.

Die Sache mit Flash

Flash ist eine Schlüsseltechnologie im Web und hat seinen festen Platz, jedoch ist es noch immer nicht trivial Flash-Anwendungen und vor allem das Verhalten der User in der Anwendung zu tracken. Klar kann man ein JavaScript-Tag in ActionScript packen und klar kann man so Events und Pageviews recht einfach messen, aber irgendwie ist Flash ja doch noch ein ungeliebtes Kind, da bei der Implementierung mehr Handarbeit notwendig ist. Das kann Adobe nun grundlegend ändern. Ich weiss nicht wie, da ich kein Flash-Experte bin, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es irgendwelche Standardmodule oder Bibliotheken gibt, die es Entwicklern extrem einfach macht das Userverhalten aufzuzeichnen und dabei weit über die momentanen Möglichkeiten des Trackings in HTML-Seiten hinaus geht. Im Gegensatz zu einer HTML-Seite handelt es sich bei einem Flash-Movie nämlich nicht um ein lebloses und zustandsloses Ding, Flash ist eine richtige Applikation. Hier dürften die Möglichkeiten für Adobe riesig sein und jeder Flash-Entwickler wird wohl eher Tracking von Adobe direkt bevorzugen. Allerdings begibt sich Adobe damit auch auf dünnes Eis, denn sich durch den Kauf von Technologie und möglicher Entwicklung eines proprietären Trackings einen Vorteil zu verschaffen kommt normalerweise nicht gut an am Markt.

Die Sache mit PDFs

PDFs sind doch nicht mehr wegzudenken aus dem täglichen Leben. Es ist der Standard beim Austausch von Dokumenten. Auch im Web sind viele Dokumente als PDF abgelegt und manch Unternehmen geht sogar dazu über Newsletter direkt als PDF zu versenden, weil man so sicher sein kann, dass das Layout nicht zerschossen wird. Wie oft hatte ich die Diskussion wie man denn einen PDF-Anhang in einer Email am besten tracken kann, ob das Dokument geöffnet wurde, ob gescrollt wurde und und und. Hier hat Adobe die Möglichkeit eine Lösung für PDFs zu bauen. Aber auch hier denke ich, dass es schwer fallen dürfte diese Technik nicht auch anderen Anbietern zugänglich zu machen, wenn man keinen PDF-Boykott hervorrufen möchte.

Die Sache mit dem Cookie

Wie oft ist die Cookie-Diskussion hochgekocht? Jedesmal kamen dann auch wieder die Flash-Cookies als möglicher Ausweg auf den Tisch. Es gab auch Gerüchte, dass Adobe das nicht will und es in zukünftigen Versionen unterbinden wird die LSO’s für Trackinggeschichten zu verwenden. Das Thema ist damit dann ja wohl auch durch. Adobe kann nun die Schlüsseltechnologie entwickeln um unabhängig von Cookies zu werden. Halte ich aber auch für gefährlich, denn grundsätzlich gilt für mich der Grundsatz: “Wer nicht getrackt werden will, der soll es auch nicht”. Daher bin ich dagegen nach irgendwelchen Lösungen zu suchen, die den User “überlisten”. Adobe könnte schnell zum Bad Boy werden.

Die Marke Adobe

Ja hallo, was gibt es geileres als von Adobe gekauft zu werden? Die einzigen Steigerungen sind wohl nur Apple oder Google. Adobe hat ein richtig gutes Image, sie bauen wirklich geile Produkte und sind wohl nach dem Microsoft Office mit die Suite, die sich am häufigsten auf Macs und PCs findet. Adobe hat zudem den Fuß in allen großen Agenturen und den Läden mit den kreativen Köpfen. Ich habe selbst in einer Agentur gearbeitet wo Flash am laufenden Band produziert wurde aber kein Mensch auch nur den Hauch einer Ahnung hatte wie erfolgreich die Kampagnen und Sites waren. Das dürfte bald ein Ende haben. Omniture tut gut daran von dem positiven Image Adobes zu partizipieren.

Umbau zu einem echten Produkt

Adobe hat nur Standardprodukte im Portfolio, nichts mit Customizing und auch keine undurchsichtige Preisliste, die sich mit jedem Klick verändert. Ich kann mir vorstellen, dass aus den Omniture-Produkten ebenfalls echte Produkte werden, die man so kauft wie sie sind. Das passt zwar nicht unbedingt zu dem aktuellen Geschäftsmodell von Omniture als SaaS-Anbieter, aber wer sagt denn, dass es so bleiben muss. Adobe hat nun alle Komponenten zusammen um eine Out-Of-The-Box-Trackinglösung anzubieten, die einfach auf dem eigenen Webserver mitläuft. Einfach ein kleines Flash-Filmchen in die Seite einbauen und schon werden die Daten in einer von Flash gesteuerten Datenbank auf dem eigenen Webserver abgelegt. Installationsaufwand super gering und auch interessant für Websites mit nur wenigen Usern. Die Idee finde ich persönlich extrem sexy.

Die aktuelle SaaS-Lösung wird dann als professional Service weiterlaufen.

All das ist natürlich reine Spekulation, aber ich persönlich sehe sehr großes Potential in dem Deal wenn er denn zustande kommt. Es wird jedoch auch sehr lange dauern bis vielleicht etwas von dem eintrifft was ich skizziert habe, wahrscheinlich mindestens 2 Jahre. Bis dahin muss Adobe erst mal Hausputz machen und das Gewirr zusammengekaufter Produkte auseinandernehmen. Außerdem müssen zwei Unternehmen verschmozen werden, was nicht ohne ist. In der Übergangszeit wird wohl nicht sehr viel Zeit für Innovation und Entwicklung sein.

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