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10 Dinge die man über seine Webseite wissen sollte

Web Analytics ist in aller Munde. Jeder will mit messen. Wer aber schon einmal die Standardreports der führenden Webanalyse-Anbieter wie WebTrends, IndexTool, Google Analytics, Omniture oder Visual Sciences gesehen hat, der weiß, dass man im Grunde viel mehr messen kann, als man wirklich braucht. Hier kommt meine ganz persönliche Top 10 der Metriken, die man meiner Meinung nach kennen sollte.

Top 0: Kenne Deine Ziele

Bevor ich anfange überhaupt irgend etwas auf meiner Webseite zu messen, muss ich die Ziele kennen, die ich verfolge. Abhängig von meinen Zielen sind die Prioritäten der zu messenden Metriken unterschiedlich. Es geht immer mit der Frage los, welche Ziele ich verfolge.

Top 1: Visitors und Visits

Nach wie vor eine der wichtigsten Metriken ist die Anzahl der Besucher und Besuche. Alle Ziele einer Webseite werden über die Besucher erfüllt. Egal, ob ich eine Marketing-Site, E-Commerce oder Customer-Self-Service habe, der User steht im Mittelpunkt. Aus diesem Grund sollte man wissen wie sich die Besucherzahlen entwickeln. Es ist egal ob ich 10, 100 oder 1000 Besucher am Tag habe, wichtig ist die Entwicklung über einen bestimmten Zeitraum. Und wie sollte es anders sein: Natürlich sollte die Entwicklung nach oben zeigen.

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Top 2: Zugriffsquellen

Wo kommen meine Besucher her? Sind Suchmaschinen die Top-Lieferanten, andere Webseiten oder wird die URL meiner Site direkt eingetippt. Welche Quelle bevorzugt wird ist natürlich stark vom Typ der Seite abhängig. Große Marken haben sehr viel Traffic durch direktes Eintippen der Adresse. Für die meisten Website-Betreiber dürften jedoch Suchmaschinen die interessantesten Zugriffsquellen sein. Diesen Wert sollte man im Auge behalten. Wenn sich das Verhältnis stark verschiebt hat man evtl. ein Problem, vor allem wenn der Traffic der Suchmaschinen signifikant abnimmt.

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Top 3: Konversionsraten

Vor allem E-Commerce-Seiten sollten ihre Konversionsraten kennen. Hier liegen oft auch verborgene Chancen. Um die Konversion zu erhöhen ist nicht immer eine Erhöhung der Besucherzahl das Mittel der Wahl, unter Umständen macht es viel mehr Sinn zu untersuchen, warum nur wenige Besucher konvertieren. Vielleicht ist es ein kleines technisches Problem, was den User davon abhält den Abschluß zu tätigen.

Um die Konversion zu messen kann man z.B. in Google Analytics sehr einfach Ziele definieren. Das dauert nur wenige Minuten und ist sehr hilfreich.

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Top 4: Anzahl der RSS-Leser

Besonders für Betreibe von Blogs ist von großem Interesse wieviele Besucher den RSS-Feed abonniert haben. RSS-Feeds erfreuen sich immer mehr Beliebtheit und oft Lesen die User die Beiträge ohne die Webseite selbst zu besuchen. Besonders einfach geht das mit Feedburner.

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Top 5: Durchschnittlich besuchte Seiten pro Besuch

Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie interessant die Besucher meine Webseite finden, ist es wichtig zu wissen wieviele Seiten meiner gesamten Site ein User durchschnittlich anklickt. Je höher der Wert, umso interessanter ist mein Content. Diesen Wert darf man jedoch nicht absolut isoliert betrachten. Besonders Blogger mit vielen regelmäßigen Lesern haben oft nur weniger Seiten pro Besuch, dafür aber eine höhere Frequenz.

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Top 6: interne Suchen ohne Ergebnis

Eines der wichtigsten Navigationselemente auf einer Webseite ist die Onsite-Suche. Wenn der User nicht in wenigen Sekunden den passenden Eintrag im Menü findet, greift er entweder zu internen Suche oder ist weg. Aus diesem Grund ist es wichtig zu wissen wie die Suche verwendet wird und vor allem sollten die Alarmglocken angehen, wenn häufiger nach bestimmten Begriffen gesucht wird und meine Suche keine Ergebnisse zurück liefert. Dann erwaten die User Inhalte, die ich nicht habe oder die unter anderen Keywords zu finden sind.

Top 7: Absprungrate (Bouncerate)

Viele User suchen bei Google etwas, klicken ein Ergebnis an und sind nach einer Sekunde wieder weg. Wenn ich von diesen Usern sehr viel habe, dann ranke ich bei einigen Begriffen gut ohne den passenden Content zu haben. Hier liegt evtl. verborgenes Potential. Evtl. sollte man darüber nachdenken den passenden Content nachzuliefern.

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Top 8: Durchschnittliche Kosten pro Konversion

Wenn ich Zeit und Geld in mein Webprojekt stecke, soll natürlich hinten auch etwas heraus kommen. Auf der einen Seite steht die Konversionsrate und auf der anderen mein Aufwand. Diese beiden Größen sollte man in Relation setzen um zu sehen, was mich eine Konversion im Durchschnitt kostet. Die Kosten kann mir natürlich kein Web Analytics-Tool liefern, daher ist hier die gute alte Excel-Tabelle das Mittel der Wahl.

Top 9: Durchschnittliches Bestell-Volumen

Es nutzt mir nichts eine hohe Konversionsrate zu haben, wenn jeder Kunde nur für wenige Cent einkauft. Das durchschnittliche Bestell-Volumen sollte man als Shop-Betreiber kennen um es mit den durchschnittlichen Kosten pro Konversion in Relation setzen zu können. Diese Größen zeigen mit ob wirklich am Ende des Tages Geld übrig bleibt.

Top 10: Durchschnittlicher Umsatz pro Besucher

Im Gegensatz zu dem durchschnittlichen Volumen pro Bestellung ist es besonders für Content-Sites wichtig den durchschnittlichen Umsatz pro Besucher zu kennen. Viele Content-Sites, zu denen auch die meisten Blogs gehören, monetarisieren ihre Sites in Form von Werbung. Den getätigten Umsatz der geschalteten Anzeigen sollte man mit den Besucherzahlen ins Verhältnis setzen um einen wichtigen Indikator zu bekommen, wie gut die Werbemittel funktionieren. Setzt man mehrere Werbemittel ein, macht es Sinn diese zusätzlich einzeln zu betrachten.

Die Liste ist natürlich sehr subjektiv und jeder Webmaster wird andere KPIs benötigen um sein Online-Business erfolgreich zu führen.
Ich würde mich besonders über Kommentare freuen in denen Ihr Eure präferierte Metrik mitteilt.

14 Gedanken zu „10 Dinge die man über seine Webseite wissen sollte“

  1. Leider sind viele Unternehmen noch auf dem Niveau reinen Reportings und weit von der Analyse entfernt. Ich hoffe, dass sich daran in den nächsten Jahren auch in Deutschland ein wenig etwas ändern wird.

  2. Aus meiner subjektiven Sicht ist ein ROI-Denken die wichtigste Aufgabe eines (eCommerce-)Websiteverantwortlichen, daher sollte ein besonderer Augenmerk darauf gesetzt werden. Konversionraten sind ebenfalls sehr wichtig und mit Sicherheit weiter oben anzusiedeln als RSS-Feedback oder die reine Betrachtung der Visits.

    Gruß,
    ralf haberich.
    http://www.webanalyticsblog.de

  3. ich nutze schon seit 1 Jahr in meinem XT:C Shop Google Analytics mit Trichternavigation. So kann ich genau sehen wo der Besucher den Bestellvorgang abbricht.

  4. Hallo,

    Danke für sehr gute Auflistung.
    Allerdings kämpfe ich mit:
    Page Impressions/Visits/Visitors/unique Visitors

    Kann man es so sagen?

    Der einzige unterschied zwischen diesen ist die Zeit:

    Page Impression: alle Clicks wegen gezählt
    Visits: alle Clicks eines Besuchers innerhalb von 30 Min werden summiert
    Visitor: alle Clicks eines Besuchers innerhalb von X Min werden summiert
    unique Visitor: alle Clicks eines Besuchers innerhalb von 1 Tages werden summiert.

    Mfg
    hanselmann

  5. Hallo Hanselmann,

    so in etwa kann man es auch beschreiben, allerdings gibt es einige Abweichungen.

    Ein Visit kann sich über einen längeren Zeitraum als 30 Minuten hinziehen. 30 Min ist lediglich der Timeout. Ist der abgelaufen, beginnt ein neuer Visit.

    Der Unique Visitor ist nicht auf einen Tag beschränkt. Das hängt von der Definition in der Software ab. Oft ist es aber ein Tag.

    Den unique Visitor würde ich nicht vom Visitor unterscheiden. Interessant ist doch eigentlich nur der Unique.

    Sehr empfehlenswert an der Stelle:
    http://www.webanalyticsassociation.org/attachments/committees/5/WAA-Standards-Analytics-Definitions-Big-3-20061206.pdf

  6. Wir sind auf der Suche nach einem passenden Statistik Modul für unseren XTC Onlineshop für Kunst und Kirche.
    Aus welchen Programm stammen die oben abgebildeten Grafiken ?
    An Google Analytics traue ich mich nicht heran.
    So muß der Kunde nach deutschen Datenschutzbestimmungen explizit zustimmen wenn seine
    Besucherinformationen und IP-Adresse an Google weitergegeben werden.

    Gruß

    Andreas Püttmann

  7. Die Grafiken sind fast alle aus Google Analytics. Das mit den datenschutzbestimmungen muss jeder selber entscheiden. Aber auch wenn ich ein anderes OnDemand-Tool verwende, müsste diese Bestimmung gelten, denn auhc dort werden die Daten auf externen Servern gespeichert. Umgehen kann man das nur, wenn man das Tracking komplett selbst hostet und dann halte ich es auch noch für fraglich ob man nicht darauf hinweisen muss, dass die Daten gespeichert werden. Das ist also kein ausschließliches Problem von Google Analytics.

    Davon abgesehen kenne ich kein kostenloses Webanalyse-Tool mit einem ähnlichen Funktionsumfang wie Google Analytics.

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