Mole2 geht in die 15. Runde

Endlich ist die neuste Folge von unserem Web Analytics Podcast Mole2 online. Diesmal quatschen Timo und ich über das was vor und nach der Auswahl eines Web Analytics Tools passiert (passieren sollte). Viel Spaß beim reinhören. Folge 15: Der Weg zum Tool, oder – der Weg ist das Tool

Wordpress Contact Form 7 als Ziel in Google Analytics messen

Contact Form 7 ist ein super Formular-Plugin für Wordpress. Wer das erfolgreiche Absenden eines Formulars mit dem Plugin in Google Analytics erfassen möchte, der kann bei einem Formular ganz unten im Feld “Zusätzliche Einstellungen” folgendes reinschreiben:

on_sent_ok: “pageTracker._trackPageview(‘/goals/meine_zielseite.html’);”

Das hat zur Folge, dass Ihr einen Pageview mit dem angegebenen Pfad in Google Analytics beim Absenden erzeugt, welchen Ihr wiederum als Basis für eine Zieldefinition nehmen könnt.

Kostenlose Bücher von Eric Peterson

Eric Peterson hat einen Relaunch von Webanalyticsdemystified durchgeführt und bietet nun seine Bücher auch kostenlos zum Download an. Die beiden Werke “Web Analytics Demystified” und “The Big Book of KPIs” sind zwar mittlerweile etwas angestaubt aber immer noch eine gute Grundlage für den Einstieg in die Webanalyse.

Aber auch abseits der Bücher ist die Webseite von Peterson eine Fundgrube für Informationen rund um die Webanalyse. Schaut doch auch mal bei den White Papers oder den Präsentationen rein. Viele wertvolle kostenlose Informationen.

Auf Twitter könnt Ihr Eric Peterson unter @ericpeterson finden.

Wordpress Kategorien in benutzerdefinierte Variablen von Google Analytics tracken

Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit in Google Analytics benutzerdefinierte Variablen zu definieren und zu tracken. Diese eignen sich dazu jede Art von Daten zu erfassen, die nicht unbedingt zum Standard-Set von Webanalytics-Tools gehören. In Online-Shops kann man so z.B. sehr gut Produktbewertungen oder individuelle Produkteigenschaften erfassen. Eine genauer Beschreibung der Syntax findet sich in der Google Analytics Hilfe.

Für Betreiber von Wordpress-Blogs eignen sich die benutzerdefinierten Variablen z.B. um die Zugriffe auf die einzelnen Kategorien zu tracken. Jeder Artikel wird normalerweise einer oder mehrere Kategorien zugeordnet. Erfasst man bei jedem Artikelaufruf mit, aus welcher Kategorie der Beitrag ist, so bekommt man eine sehr schöne Übersicht über die beliebtesten Kategorien. Ich habe das mal exemplarisch auf meinem Blog neunzehn72.de implementiert. Die Umsetzung ist ganz einfach.

Die Kategorie auslesen und in einer Variablen merken

Zunächst lese ich die Kategorie des aufgerufenen Artikels aus und schreibe diese in eine Variable. Dazu habe ich folgenden Code in die Theme-Datei single.php gepackt.

<?php
   global $myCategory;
   $myCategory = get_the_category();
?>

Damit befindet sich nun in der globalen Variable $myCategory ein Array mit allen Kategorien in denen sich der Artikel befindet. Ein Artikel kann natürlich in mehr als einer Kategorie sein. Der Einfachheit halber erfasse ich jedoch in diesem Beispiel nur die erste Kategorie, zumal ich normalerweise auch nur eine Kategorie pro Artikel vergebe.

Die Kategorie als benutzerdefinierte Variable in Google Analytics tracken

Nun muss diese Variable nur noch in den Trackingcode von Google Analytics eingefügt werden. Das passiert in der Theme-Datei footer.php wo sich auch der restliche Google Analytics-Code befindet.

pageTracker._setCustomVar(
   1,
   "Kategorie",
   "<?php echo(empty($myCategory[0]->cat_name)?
          "Nicht zugeordnet":($myCategory[0]->cat_name)); ?>",
   3
);

Man verwendet für die benutzerdefinierten Variablen die _setCustomVar-Funktion, welche 4 Parameter hat.

Der erste ist der Slot. Man hat insgesamt 5 Slots für eigene Variablen zur Verfügung. Ich habe hier Slot 1 gewählt.

Der zweite Parameter ist die Bezeichnung der Variable. In diesem Fall “Kategorie” für die Wordpress-Kategorie.

Dritter Parameter ist der eigentliche Wert. Hier frage ich über PHP ab ob sich etwas in der Variable $myCategory befindet und wenn ja, dann übergebe ich den ersten Wert des Arrays an die Funktion. Ist $myCategory leer, so schreibe ich “Nicht zugeordnet” rein. Das ist z.B. bei der Homepage der Fall. An dieser Stelle kann man die Funktion natürlich noch weiter aufbohren und bei Bedarf in einer Schleife alle Kategorien übergeben, falls man mehrere für einen Artikel verwendet.

Der vierte Parameter sagt auf welchem Level die Daten getrackt werden. 3 steht für PageLevel, also wird bei jedem Seitenaufruf erfasst. 2 wäre dagegen Session-Level und 1 Visitor-Level.

Das war es dann auch schon. Ab sofort werden die Kategorien als benutzerdefinierte Variable in Google Analytics erfasst, was dann im Reporting so aussieht:

Etwas Finetuning bedarf die Lösung noch, so werden z.B. Leer- und Sonderzeichen noch nicht richtig übergeben, was aber nicht schwer zu beheben sein dürfte.

Sicherlich kann man das auch eleganter über ein Plugin lösen, aber dazu reichen meine rudimentären Programmierkenntnisse dann doch nicht aus. Falls aber noch jemand Verbesserungsvorschläge hat, dann gerne her damit.

Analytics in a Box – Google Analytics Appliance

Coradiant hat heute Analytics in a Box angekündigt, quasi eine Google Analytics Appliance. Man kauft also einen kompletten Rechner, den man im eigenen Netzwerk integriert wo von nun an der Traffic mit einem Packet-Sniffer getrackt wird. Damit bekommt man Google Analytics Technology InHouse. Das System basiert auf einem modifizierten Urchin 6, hat also nicht unbedingt alle Features des neusten Google Analytics, dürfte jedoch alle freuen, die gerne Analytics einsetzen würden, jedoch Datenschutzbedenken haben.

Google Analytics Opt-Out selbst bauen

Bekanntlich bietet Google Analytics von Haus aus keine Möglichkeit des sog. Opt-Out an, also der Möglichkeit sich als User vom Tracking durch Google Analytics auszuschließen. Ob das nun die richtige Strategie von Google ist oder ob die Jungs in Mountain View das irgendwann nacheichen weiss ich nicht. Fakt ist jedoch, dass Google Analytics leider immer mehr ins Visier der Datenschutz-Heinis gerät und die Gefahr einer Abmahnung zunimmt. Ich will noch einmal ausdrücklich betonen, dass ich diese Datenschutzdiskussion auf dem Level für absurd halte, was jedoch kein Grund ist sie einfach zu ignorieren.

Glücklicherweise gibt es mittlerweile einige Ansätze wie man sich ein Opt-Out für Google Analytics selbst bauen kann. Eine hat Marco Hassler vorgestellt und eine weitere habe ich bei Lars Johansson gefunden. Beide beruhen auf dem selben Prinzip. Man setzt einen Cookie in dem der Opt-Out-Status gespeichert wird. Ein Stück JavaScript fragt danach beim nächsten Besuch ab ob der User nun getrackt werden will oder nicht und führt dann den Google Analytics Code aus oder eben nicht. Eigentlich ganz einfach. Bedenken muss man dabei allerdings, dass dieser Status in dem Moment hinfällig wird, in dem ein User seine Cookies löscht, aber das ist nun mal so und Cookies soll man auch nicht löschen sondern essen ;-)

Ich habe nun mal testweise das Script von Marco auf meiner Datenschutzseite eingebaut und werde mal schauen was passiert. Ja ja, ist mir schon klar, dass jetzt erst mal jeder Besucher aus der WA-Szene sich vom Tracking ausnimmt um mich zu ärgern ;-) Macht ruhig, dann kann ich hinterher wenigstens behaupten, dass ich ja eigentlich viel viel mehr Traffic hätte, wenn nicht diese ganzen Opt-Outer wären ;-)

Darüber hinaus gibt es dann auch noch die leidige Diskussion um die IP-Adresse. Meine kann ruhig jeder haben, hier ist sie 82.83.108.238, zumindest gerade in diesem Moment ;-) Aber auch für dieses Problem gibt es bereits erste Do-It-Yourself-Lösungen. Eine findet Ihr auf eControlling.de.

Google Analytics Annotations

Ein weiteres nettes neues Feature von Google Analytics sind die Annotations mit denen man Marker in der Zeitleiste setzen kann um sich später auch noch an besondere Ereignisse zu erinnern. Hier ein kleines Video, das die Funktion beschreibt.

So war der WAX

Gestern Abend haben wir uns zum Web Analytics X-Mas auf dem Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg (das ist in Hamburg) getroffen. Ich möchte mich noch einmal bei allen Teilnehmern bedanken, dass Ihr trotz des eiskalten Wetters so lange durchgehalten habt. Wahrscheinlich lag es an der guten Feuerzangenbowle ;-)

Auch wenn es sich im Grunde nur um ein Get2Gether gehandelt hat ohne großes Programm so ist mir aufgefallen, dass sich doch so langsam eine Community zum Thema Web Analytics bildet. Einige Urgesteine der Branche nehmen ebenso regelmäßig an den Treffen Teil wie Neulinge. Uns hat es wirklich total gefreut, dass sich der Hamburger WAW so langsam zu einem regelmäßigen Branchentreff mausert. Das gibt Rückendeckung und spornt uns an nächstes Jahr weiterzumachen.

Besonders hat mich gefreut, dass es so viele Fotobegeisterte unter den Webanalysten gibt, da kann man ja fast ein Web Analytics Fototreffen draus machen ;-) Vielleicht ist ja der ein oder andere dabei, der auch bei Flickr ist. Mich findet Ihr dort unter dem Namen daspaddy.

Bitte postet doch in den Kommentaren auch noch mal Eure Twitter-Profile. Ich konnte mir leider wieder nicht alle Namen merken fände es gut, wenn man sich so austauscht. Hier ist meins.

In diesem Sinne noch einmal vielen Dank an alle die teilgenommen haben.

P.S.: Das Web Analytics Jahr ist noch nicht vorbei, es kommt noch eine Mol2-Sendung.

Interview-Nachlese von der DMEXCO

Auf dre DMEXCO hatte ich dem media-treff ein Interview zum Thema Bannerwerbung und Webanalyse gegeben. Hat etwas gedauert, ist nun aber online.

Link: Patrick Ludolph zu Bannerwerbung und Web Analytics

Google Analytics könnte bald verboten werden

Datenschützer unternehmen immer mehr Anstrengungen Google Analytics in Deutschland als illegal einstufen zu lassen. Diese Auffassung stützt sich zum einen auf die Annahme, dass die IP-Adresse ein persönliches Datum sein soll und zum anderen auf das nicht vorhandene Opt-Out bei Google Analytics. Zudem besitze Google so viele Daten über die einzelnen User, dass diese problemlos in detaillierte Benutzerprofile verwandelt werden könnten, die über sämtliches Surfverhalten bis hin zum EMail-Verkehr des Users aufschluß geben könnten.

Die Entscheidung ob eine IP-Adresse ein persönliches Datum ist, steht noch aus. Es gibt dazu verschiedene Meinungen. Ich bin der Auffassung, dass die IP-Adresse kein persönliches Datum ist, dazu wechselt diese bei dem Großteil der Benutzer zu häufig und selbst wenn sie nicht wechselt lässt sie sich nur äußerst schwer einer Person zuordnen.

Dass Google jedoch keine Opt-Out-Möglichkeit für Analytics anbietet halte ich ebenfalls für kritisch. Ich vertrete die Auffassung, dass jeder der nicht getrackt werden will auch nicht getrackt werden soll. Die Meinung von Google, dass man den Cookie ja ablehnen kann zeigt, dass man sich in Mountain View nicht wirklich um den Benutzer kümmert, denn der Großteil der Bevölkerung dürfte bereits mit dem Vorgang der Cookie-Ablehnung Probleme haben. Aus meinerSicht gehört zu jedem Analytics-Tool eine Opt-Out-Möglichkeit. Dazu ist jedoch anzumerken, dass dieses Opt-Out auch wieder in einem Cookie gespeichert werden muss und nur so lange gültig ist, wie der Cookie nicht gelöscht wird. Irgendwie ein Teufelskreis ;-)

Laut einem aktuellen Artikel der Zeit scheint sich die Stimmung in den Ländern jedoch dorthin zu bewegen, dass Google Analytics tatsächlich nach deutschem Recht illegal ist und entsprechend denkt man bereits über mögliche Sanktionen nach. Dabei ist von Strafen bis zu 50.000 € die Rede, wenn man beim Besucher nicht das Einverständnis für die Datenerfassung einholt.

Ich persönlich sehe die Diskussion nicht so kritisch wie die Datenschützer. Ich glaube auch nicht, dass Google tatsächlich irgendwann Benutzerprofile aufbaut, denn in dem Moment wo Google dies Tut können sie ihr Firmen-Credo “Don’t be evil” getrost einmotten und würden sicherlich den breiten Zorn der Internetgemeinde auf sich ziehen, was verherende Folgen für das eigene Geschäft haben könnte. Dennoch halte ich es für absolut denkbar, dass Google Analytics in nächster Zeit tatsächlich verboten wird, denn Google bewegt sich nicht wirklich auf die Datenschützer zu. Wenn ein bisschen guter Wille gezeigt würde und man den Datenschützern eine Zusammenarbeit anbieten würde, könnte man sicherlich einen für beide Seiten gangbaren Weg finden. Mit der Haltung, die Google an den Tag legt wird das jedoch nichts.

Ich würde es extrem schade finden, wenn man mir eines meiner Lieblingsspielzeuge wegnimmt. Leider sieht es aber so aus, dass die Datenschützer sich durchsetzen, denn schließlich macht nichts mehr Spaß als der großen Datenkrake eins auszuwischen. Ich frage mich zudem wieso sich dieses Verbot nur auf Google Analytics bezieht, was ist mit den vielen anderen Analyse-Tools? Die haben zwar nicht so viele Daten wie Google, aber die Qualität ist unter Umständen sogar noch detaillierter.

Was denkt Ihr? Wird Google Analytics tatsächlich verboten?

[Vortrag] ECOM Berlin 2010

Am 27. und 28. April 2010 finden in Berlin die E-Commerce Strategietage statt. Wie der Name schon sagt geht es auf der zweitägigen Konferenz um Strategien für den Online-Handel und natürlich insbesondere auch um die Webanalyse als Werkzeug zur Optimierung von E-Commerce Websites.

Ich freue mich ganz besonders, dass ich eingeladen wurde auf dieser Konferenz einen Vortrag über Marketing Attribution zu halten. Vor allem freue ich mich, da ich diese Einladung als Autor von diesem Blog bekommen habe. Wer ein bisschen hinter die Kulissen von Konferenzen schaut, der weiss dass bei der Auswahl von Rednern oftmals auch Sponsoring eine Rolle spielt. Umso mehr freut es mich, dass es in diesem Fall komplett anders ist und das ist auch ein Grund für mich diese Veranstaltung hier ein wenig zu promoten.

Zurück zum Thema: Grundsätzlich wird es darum gehen die verschiedenen Kanäle über die ein User mit meiner Webseite und meinen Kampagnen in Kontakt kommt komplett zu betrachten. Vor allem das Thema der verzögerten Konversion und die Beteiligung verschiedenster Medien und Endgeräte wird Kern des Vortrags sein. Ist es Segen oder Fluch, dass jeder User von einem Netzwerk zum nächsten hüpft und dabei ständig zwischen Mobiltelefon, Netbook und stationärem Rechner wechselt? Wie bekomme ich die Daten wieder zusammen? Wo liegt die Chance für den Online-Handel und was ist zu tun um diese Erkentnis auch für sich zu nutzen.

Aber ich will nicht zu viel verraten und wenn ich ehrlich bin, ist der Vortrag auch noch gar nicht fertig ;-)

Und täglich grüßt das EU-Cookie-Tier

Die Diskussion rund um Cookies hat sich ja mittlerweile zu einem Dauerbrenner in unserer Branche entwickelt, hoffen wir nur, dass es nicht irgendwann ein Running Gag wird. Nun hat sich die EU ja neue Datenschutzrichtlinien ausgedacht und darin auch das Thema der Cookies aufgegriffen. Leider sieht es aber so aus, als wenn dort zwar etwas von Cookies steht aber so richtig geregelt scheint es dann doch wieder nicht zu sein. Wirft man einen Blick in die neue Richtline, so findet sich dort folgender Abschnitt:

Ausnahmen von der Informationspflicht und der Einräumung des Rechts auf Ablehnung sollten auf jene Situationen beschränkt sein, in denen die technische Speicherung oder der Zugriff unverzichtbar sind, um die Nutzung eines vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich angeforderten Dienstes zu ermöglichen.

Je öfter ich den Satz lese umso mehr Varianten fallen mir ein, wie sich so ziemlich jeder Cookie rechtfertigen lässt. Zunächst mal finde ich es ja gut, dass man nicht grundsätzlich alle Cookies zustimmungspflichtig machen will, denn das würde vielen Webseiten eine ordentliche Portion Usability nehmen. Auch wenn sich ohne Cookies gute Webseiten ohne Cookies programmieren lassen, so hat es sich doch als Best Practice etabliert bestimmte Daten in den kleinen Keksen zu speichern.

Aber wie sieht es denn nun aus Sicht der Webanalyse aus? Grundsätzlich kann man guten Gewissens behaupten, dass der Enduser die Webanalyse nicht benötigt um die Webseite benutzen zu können. OK, man könnte versuchen zu argumentieren, dass durch die Webanalyse die Usabilty verbessert wird. Das stimmt zwar, aber wäre dann für die Rechtfertigung eines Cookies doch ein bisschen dünner, oder? Aber allen Tool-Anbietern hilft dann ein weiterer Absatz der neuen Richtlinie weiter:

Wenn es technisch durchführbar und wirksam ist, kann die Einwilligung des Nutzers zur Verarbeitung im Einklang mit den entsprechenden Bestimmungen der Richtlinie 95/46/EG über die Handhabung der entsprechenden Einstellungen eines Browsers oder einer anderen Anwendung ausgedrückt werden.

Verstehe ich das jetzt richtig? Wenn man im Browser eingestellt hat, dass man Cookies grundsätzlich annimmt, dann ist das auch ok. Wo ist denn dann der Unterschied zum Status Quo? Alle Browser akzeptieren im Standard Cookies. Wenn diese Einstellung also gewählt ist, was bei den meisten Usern der Fall sein dürfte, dann hat man quasi der neuen Richtlinie genüge getan und ist fein raus. Dann haben wir also eine neue Richtline für deren Einhaltung man nichts tun muss.

So liebe Leser, ich habe in Bezug auf Rechtsverdrehung und Datenschutz nicht die allermeiste Ahnung. Helft mir doch mal weiter. Verstehe ich die neuen Richtlinien nicht oder ist es wirklich so, wie ich es oben beschrieben habe? Wenn ja, dann wird sich nämlich nicht viel ändern.

Ich würde mich sehr über kontroverse Kommentare freuen, denn dieses Thema betrifft uns schließlich alle.

Analyze This! Neue Google Analytics iPhone App

Analyze This! ist eine neue kostenlose iPhone App, die auf einen Blick die wichtigsten Kennzahlen meinen Google Analytics Accounts zeigt. Dabei beschränkt sich Analyze This! auf die Anzeige der Ziele, E-Commerce-Daten und Kampagnen. Andere Traffic-Zahlen wie PIs, Visitors etc. werden nicht angezeigt. Auf den ersten Blick erscheint das ein bisschen mager, aber in der Praxis ist die Anwendung gar nicht so übel. Anderes Apps, die fast die kompletten Google Analytics Daten anzeigen haben sich bei mir eher als unpraktikabel herausgestellt, da die Zahlenvielfalt dann doch nicht so ideal auf so kleinen Bildschirmen dargestellt werden kann. Daher geht Analyze This! meiner Meinung nach den richtigen Weg und zeigt die wichtigsten Kennzahlen in Dashboard-Form an. Wenn da nur nicht diese Farbe währe ;-) Man hat das Gefühl bei Yahoo! zu sein.

IMG_0527 IMG_0528 IMG_0529

Web Analytics Tools – Standardsoftware oder Individuallösung?

Ich stelle mir momentan die Frage ob man Web Analytics Tools wie eine Standardsoftware sehen muss oder eher wie ein Stück individueller Software. Vor allem beim Auswahlprozess eines Tools macht das aus meiner Sicht einen entscheidenden Unterschied.

Manche Unternehmen haben wahnsinnig viele Anforderungen und je mehr Leute man fragt umso mehr unterschiedliche Anforderungen erhält man im Katalog. Aber sind wir denn hier bei “Wünsch Dir was”?

Aus meiner Sicht sollte man ein Web Analytics Tool zunächst mal wie ein Stück Standardsoftware betrachten, also genauso wie ein Office oder ein Betriebssystem. Es ist so wie es ist. Standardsoftware unterliegt gewissen Releasezyklen, die bei manchen Herstellern mehmals im Jahr stattfinden und bei anderen wiederum nur alle paar Jahre. Es gibt große Major-Releases und kleine Bugfixes. Alles in allem wird jedoch von dem jeweiligen Produktmanagement eine Strategie verfolgt, die festlegt wo die Reise mit dem Tool hingeht. Dabei spielt Kundenfeedback eine sehr große Rolle, aber nur die Features, die vielen Kunden helfen finden letztendlich auch den Weg in ein neues Release. Standardsoftware hat zudem den großen Vorteil, dass sie leichter zu pflegen ist. Schließlich muss man nur einen Entwicklungsstrang pflegen und von Version zu Version updaten, bzw. migrieren. Das sorgt für Konsistenz in den Installationen und verringert den Wartungsaufwand. Standardsoftware ist zudem viel günstiger, da sie besser skaliert.

Individuallösungen haben den großen Vorteil, dass man genau das bekommt, was man sich gewünscht hat, zumindest in der Theorie. Heutzutage wird nur noch in extrem seltenen Fällen das Rad neu erfunden, eher greift man auf bestehende Tools zurück, die dann für den Kunden angepasst werden. Schaut man sich SAP an, so wird man feststellen, dass keine Installation wie die andere ist. Diese Flexibilität hat aber auch ihren Preis. Man benötigt große Mengen an Entwicklungsressourcen, die sich um den einzelnen Kunden kümmern können. Außerdem muss man detailliert jede individuelle Anpassung nachhalten und dokumentieren. Je weiter man bei den Anpassungen in das System eingreift umso komplizierter wird eine mögliche Migration bei einem großen Release-Wechsel des Basisprodukts. Schaut man auf den Preis, so muss man schon eine fette Brieftasche mitbringen für individuelle Software.

Gut, das bis hierher beschriebene dürfte jedem bekannt sein, der sich ein wenig mit Software beschäftigt. Vor- und Nachteile liegen auf der Hand. Aber mit welcher Einstellung sollte man nun an die Auswahl eines Web Analytics Tools herangehen?

Aus meiner Sicht gibt es zwei Ansätze. Ich kann zum einen mir die Tools vornehmen und mir anschauen was sie leisten. Dazu gibt es Datenblätter, Dokumentationen und sicherlich auch auskunftsfreudige Mitarbeiter. Diese Informationen nehme ich und entscheide dann mit welchem Package ich wohl mein Geschäft am besten voran bringen kann.

Der andere Ansatz ist die Erstellung einer Liste von Anforderungen ohne dabei auch nur ansatzweise auf das zu schauen, was die Tools anbieten. Man hat die Anforderungen und will diese nun auch erfüllt haben. Damit konfrontiert man dann die Anbieter.

Ich behaupte nun mal, dass nahezu alle Web Analytics Tool mehr einem Standardprodukt ähneln als einer Individuallösung. Sicherlich kann man diverse Dinge anpassen, aber das geht nur in begrenztem Maße. Alle Tools unterliegen einem Produktzyklus und haben eine Strategie, die von einem Produktmanagement gelenkt wird. Denen passt jede Form von Anpassung gar nicht in den Kram, da der Zyklus gestört wird. Was ist aber, wenn nun ein Multinationaler-Mega-Giga-Global-Player-Billiarden-Konzern vor der Tür steht und dem die angebotenen Features gar nicht passen? Der packt seine Anforderungsliste aus und sagt “Haben Wollen!” Außerdem ist dieser Konzern der Meinung, dass seine Featurewünsche doch eigentlich Standard sein müssten und daher auch nicht viel Kosten können. Ist ja nicht seine Schuld, wenn der Anbieter die einfachsten Dinge nicht anbietet.

Ich glaube, dass es in dem zweiten beschriebenen Ansatz nur Verlierer geben kann. Viele Toolanbieter werden sich auf die Anpassungen einlassen, zumindest teilweise. Danach kommen sie aber in vielen Fällen in Not, da Entwicklungsressourcen bei der Entwicklung des Basisproduktes abgezogen werden müssen. Zudem ist die Anpassung nicht ihr Tagesgeschäft und deshalb ist eine Fehlkalkulation und nicht eingehaltene Liefertermine vorprogrammiert.
Der Wünsch-Dir-Was-Kunde ist der noch viel größere Verlierer, denn er steht ja schließlich mit leeren Händen da. Klar gibt es Verträge und Vertragsstrafen, aber die sind doch nur dazu da, damit intern jemand seinen Kopf aus der Schlinge ziehen kann und ihm niemand eine Fehlentscheidung vorwerfen kann. Aber letztendlich wurden die Anforderungen nicht erfüllt, die Enttäuschung ist groß, es wurden viele Monate in einen Auswahlprozess gesteckt und am Ende machen alle eine lange Nase. Von einem System mit dem man arbeiten kann keine Spur.

Was will ich damit eigentlich sagen? Ich glaube beide Seiten, Kunden und Toolanbieter müssen sich mehr aufeinander zu bewegen. Die Kunden dürfen nicht der Meinung sein, dass sie einen Wunschzettel schreiben (auch wenn bald Weihnachten ist) und sich irgendein Anbieter schon findet, der darauf eingeht. Sie müssen viel mehr schauen wie sie die angebotene Software so wie sie ist am gewinnbringendsten einsetzen können.
Die Anbieter von Web Analytics Tools hingegen müssen aus meiner Sicht ehrlicher mit sich selbst im Punkt Anpassung sein. Eine mögliche Individualisierung zuzusagen nur um den Kunden zu gewinnen und dann möglicherweise in Schwierigkeiten zu kommen hilft niemandem weiter. Kunde unzufrieden, Team unzufrieden, Reputation für’n Arsch. Ich bin davon überzeugt, dass kaum ein Toolanbieter in die Hände klatscht und Hurra schreit wenn er Anpassen muss.

Wer auf seine Wünsche hochgradig angepasste Software haben möchte darf meiner Meinung nach nicht mit Web Analytics Anbietern sprechen, sondern muss sich gleich ein System stricken lassen und die entsprechende Zahlungsbereitschaft mitbringen.

Sicherlich ist das ein bisschen Schwarz/Weiss gemalt. Mir ist schon klar, dass es ganz viel dazwischen gibt. Anpassungen sind an der Tagesordnung und Kunden sind auch nicht immer so wie beschrieben. Aber ich würde gerne mal über diese Thematik diskutieren.

Wie seht Ihr das denn generell. Sind Web Analytics Tools Standardsoftware, die man so nehmen sollte wie sie sind oder kann man Individualisierung von allen Tools heute erwarten?

WAX – Web Analytics X-Mas am 2.12.09 in Hamburg

Es wird mal wieder Zeit einen Web Analytics Wednesday zu veranstalten und da die Weihnachtszeit vor der Tür steht und die Weihnachtsmärkte bereits aufgebaut werden, haben Timo und ich uns einfach überlegt daraus einen Web Analytics X-Mas (WAX) zu machen. Wir treffen uns auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg uns trinken auf Trakken-Kosten einen Glühwein während wir das Web-Analytics-Jahr ausklingen lassen.

Wer Lust hat zu kommen, kann sich auf der Event-Seite von Web Analytics Demystified anmelden.

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir wieder so eine rege Teilnahme verzeichnen können wie bei den letzten WAWs.